Kindesmissbrauch

Missbrauchsskandal: Katholische Kirche leistet Widerstand gegen unabhängige AufarbeitungDas Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen stößt bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche immer noch auf Widerstand. Im vergangenen Sommer hatte die Deutsche Bischofskonferenz das Institut beauftragt, in einem dreijährigen Forschungsprojekt die Personalakten der Kirche auf Missbrauchsfälle zu untersuchen. Die Bistümer Hildesheim und Trier stellten Akten für erste Auswertungen zur Verfügung; inwieweit die anderen 25 deutschen Diözesen ihre Personalakten übergeben, ist aber immer noch nicht ganz geklärt.
Katholischer Missbrauchsbeauftragter soll pädophile Pfarrer im Einsatz habenDer Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofkonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, soll Pädophile weiterhin als Seelsorger beschäftigen. In seinem Bistum seien mindestens sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer im Einsatz, darunter ein Geistlicher, der als Lehrer in einem Internat sexuelle Beziehungen zu einem seiner Schüler unterhalten haben soll, und zwei wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilte Priester. Das meldet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.
Heimkinder-Entschädigung kann noch nicht fließenAus dem 120-Millionen-Euro-Fonds für ehemalige Heimkinder fließt vorerst kein Geld. So soll verhindert werden, dass Kommunen früheren Heimkindern, die von Hartz IV oder anderen Transferleistungen leben, die Entschädigung als Einkommen anrechnen. Hanno Schäfer, Sprecher im federführenden Bundesfamilienministerium, sagte dem Westfalen-Blatt, man wolle den Menschen das Geld jedoch lassen.
Urteil gegen Pfarrer wegen Kindesmissbrauch verschiebt sichDas für Donnerstag erwartete Urteil gegen den wegen Kindesmissbrauchs angeklagten Pfarrer aus Salzgitter verschiebt sich. Der Vorsitzende Richter am Landgericht Braunschweig, Manfred Teiwes, kündigte den Urteilsspruch für den 26. Januar an.
Katholischer Pfarrer bittet wegen Kindesmissbrauch um VergebungDer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 280 Fällen angeklagte Pfarrer hat am dritten Prozesstag nach den Aussagen der zwei betroffenen Mütter erstmals öffentlich um Verzeihung gebeten. "Ich möchte dich um Vergebung bitten", sagte der 46-Jährige am Donnerstag im Landgericht Braunschweig zu einer der Mütter, die als Zeugin vernommen wurde. Die 44-Jährige hatte zuvor unter Tränen gesagt, sie habe dem Pfarrer völlig vertraut.
Mehr wissen: Die Ergebnisse des Runden Tischs "Sexueller Kindesmissbrauch"Der Runde Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch" legte am Mittwoch in Berlin seinen Abschlussbericht vor. Wichtigster Punkt darin ist die Unterstützung von Menschen, die in der Vergangenheit Opfer von Missbrauch wurden. Ihnen soll "rasch und unbürokratisch" zum Beispiel bei Therapien geholfen werden, wenn die "sozialen Leistungssysteme" wie die gesetzliche Krankenversicherung nicht alle Kosten übernehmen.
Mehr wissen: Der Runde Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch"Der Runde Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch" wurde im März 2010 von der Bundesregierung beschlossen. Anlass waren die vielen bekannt gewordenen Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit in staatlichen, privaten und kirchlichen Einrichtungen. Ziel des Runden Tisches war es, "der gemeinsamen Verantwortung für einen verbesserten Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt gerecht zu werden".
Runder Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch" legt Abschlussbericht vorAm Mittwoch wird die Arbeit des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch" im Bundesjustizministerium mit der letzten Sitzung abgeschlossen. Über den Abschlussbericht informieren die Bundesministerinnen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Justiz), Annette Schavan (Bildung) sowie Kristina Schröder (Familie) mit einer gemeinsamen Pressekonferenz um 15.00 Uhr. Der Runde Tisch gegen Kindesmissbrauch tagte erstmals im April 2010 und befasste sich mit Fragen der Prävention und dem Leid der Opfer. Das Bundeskabinett setzte damals die frühere Familienministerin Christine Bergmann als unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung der Problematik des sexuellen Missbrauchs ein.
EU verschärft Strafenkatalog für Kindesmissbrauch im InternetDie EU geht mit härteren Strafen und der Löschung illegaler Webseiten gegen Kinderpornographie im Internet vor. Das Europäische Parlament verabschiedete am Donnerstag in Straßburg eine Richtlinie, derzufolge Mitgliedstaaten einschlägige Webseiten mit pädophilen Inhalten komplett aus dem Netz nehmen müssen. Nur dort, wo eine Löschung nicht möglich ist, soll alternativ auf eine Zugangsperre zurückgegriffen werden dürfen.
Studie: Sexueller Kindesmissbrauch ist weniger gewordenFälle von sexuellem Kindesmissbrauch sind - anders als die jüngsten Skandale nahelegen könnten - in den vergangenen Jahren weniger geworden. In einer repräsentativen Befragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, gaben 6,4 Prozent der weiblichen Befragten an, dass sie bis zu ihrem 16. Lebensjahr schon einmal Opfer sexuellen Missbrauchs "mit Körperkontakt" waren.
Studie: Sexueller Kindesmissbrauch ist weniger gewordenFälle von sexuellem Kindesmissbrauch sind - anders als die jüngsten Skandale nahelegen könnten - in den vergangenen Jahren weniger geworden. In einer repräsentativen Befragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, gaben 6,4 Prozent der weiblichen Befragten an, dass sie bis zu ihrem 16. Lebensjahr schon einmal Opfer sexuellen Missbrauchs "mit Körperkontakt" waren.
US-Bundesgericht hält Strafe gegen Sexualtäter aufrechtEin US-Bundesberufungsgericht hat die 30-jährige Freiheitsstrafe gegen einen Mann wegen der Belästigung eines Jungen in Deutschland aufrechterhalten. Der Sexualstraftäter hatte erklärt, die US-Regierung dürfe ihn für illegalen Geschlechtsverkehr im Ausland nicht strafrechtlich belangen. Zudem hätte er nach seinem Rechtsempfinden in New York vor Gericht stehen müssen, wo er 2005 das Flugzeug nach Deutschland nahm, und nicht in Delaware, wo er nach seiner Rückkehr verhaftet wurde.
(Update) - Internet-Pranger stößt auf breite AblehnungIn der Debatte über die nachträgliche Sicherungsverwahrung wird die Veröffentlichung von Namen entlassener Sexualstraftäter im Internet weitestgehend abgelehnt. Der entsprechende Vorstoß der Deutschen Polizeigewerkschaft rief am Dienstag scharfe Kritik hervor. Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) sagte, das auch im Verfassungsrecht wurzelnde Resozialisierungsinteresse werde durch die Anprangerung ehemaliger Haftinsassen nachhaltig beeinträchtigt.
NRW-Justizminister will rasche Neuregelung der SicherungsverwahrungNordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty fordert von der Bundesregierung neue Gesetze zur Sicherheitsverwahrung. Die Länder warteten "händeringend auf neue gesetzliche Vorgaben aus Berlin", sagte der SPD-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Bundesländer müssten sich darauf einstellen können, wie mit gefährlichen Sexual- und Gewaltstraftätern umgegangen werde.
Polizeigewerkschaft fordert Internet-Pranger für SexualstraftäterNach dem Rückfall eines Sexualstraftäters in Dortmund fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft, den Aufenthaltsort entlassener Schwerkrimineller im Internet zu veröffentlichen. "Die Bürger haben ein Recht zu erfahren, wo sich entlassene Sexualstraftäter aufhalten", sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Sie müssten wissen, wenn ein Vergewaltiger in ihrer Nachbarschaft wohne.
14-jähriger Kinderschänder gestehtNach dem schweren sexuellen Missbrauch eines sechsjährigen Mädchens in Düsseldorf hat die Polizei einen 14-Jährigen festgenommen. Der Jugendliche habe die Tat gestanden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Weitere Details wollten sie aus Rücksicht auf das Alter von Opfer und Täter nicht nennen.
Vatikan will Bischöfen bei Prävention von Kindesmissbrauch helfenDer Vatikan will Bischöfen aus aller Welt mit einem Symposium Wege zur Bekämpfung von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche aufzeigen. Die Fachtagung sowie eine geplante Datenbank im Internet seien eine "glaubwürdige, transparente und verantwortliche Antwort" auf den Skandal um sexuellen Missbrauch durch Geistliche, sagte am Samstag der für Sexualstraftaten zuständige Staatsanwalt des Vatikans, Charles Scicluna. Das dreitägige Symposium soll den Angaben zufolge im kommenden Februar in Rom stattfinden.
Missbrauch im deutschen Badezimmer: BKA sucht KinderschänderDas Bundeskriminalamt (BKA) sucht nach einem Kinderschänder. Den Ermittlern liegen Bilder und Videoaufnahmen vor, die den mehrfachen Missbrauch eines Mädchens im Alter zwischen drei und neun Monaten zeigen, wie das BKA am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Die Taten passierten in einem Badezimmer und sollen Anfang 2005 stattgefunden haben.
Gesundheitliche Folgen von Kindesmisshandlung noch nach JahrzehntenDie Misshandlung von Kindern kann noch Jahrzehnte später Auswirkungen auf die Gesundheit haben: Wer von seinen Eltern misshandelt wurde, leidet im Alter oft an Schlafstörungen, wie Wissenschaftler im "Journal of Gerontology Series B: Psychological and Social Sciences" schreiben. Betroffen sind vor allem Menschen, die emotional behandelt wurden und weniger die, die körperlicher Misshandlung ausgesetzt waren. Für die Untersuchung wurden Daten von 877 Menschen ausgewertet, die älter als 60 Jahre alt waren.
"Schützt endlich unsere Kinder!": RTL II legt nachScharfe Kritik hatte sich RTL II mit seinem TV-Format "Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder!" eingefangen, aber der Sender hatte sich zumindest ins Gespräch gebracht. Nun geht's mit "Präventionsmaterial" in die nächste Runde.
Tochter von Billy Bob Thornton wegen Totschlags verurteiltDie Tochter des US-Schauspielers Billy Bob Thornton ist in Florida wegen des Todes eines ihr anvertrauten einjährigen Kindes schuldig gesprochen worden. Die 32-jährige Amanda Brumfield wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen Totschlags verurteilt, vom Vorwurf des Mordes und der Kindesmisshandlung wurde sie freigesprochen. Brumfield hat ausgesagt, das kleine Mädchen, auf das sie 2008 aufpasste, sei aus dem Laufstall gefallen und habe sich am Kopf gestoßen.
13-Jährige vergewaltigt und getötet: Täter in Arizona hingerichtetIm US-Staat Arizona ist ein wegen Vergewaltigung und Mordes einer 13-Jährigen im Jahr 1984 verurteilter Mann hingerichtet worden. Der 56-jährige Donald Edward Beaty wurde am Mittwochabend (Ortszeit) mit der Giftspritze getötet. Al Teil einer Methode, bei der drei Medikamente verwendet werden, setzte der Staat bei der Hinrichtung Beatys ein neues Mittel ein.
Bundesministerinnen wollen Anlaufstelle für Sexualmissbrauch erhaltenDie Bundesministerinnen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Annette Schavan (CDU) setzen sich für den Erhalt der Anlaufstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs ein. Justizministerin Leutheusser Schnarrenberger sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe): "Ich werde mich innerhalb der Bundesregierung für eine Fortführung der Arbeit der Anlaufstelle einsetzen." Sie würdigte zudem, dass der Vatikan nun alle Bischöfe weltweit dazu angehalten habe, bei konkretem Verdacht auf sexuellen Missbrauch die Justiz einzuschalten.
Bayerns Justizministerin fordert längere Verjährungsfristen bei KindesmissbrauchAngesichts des am Dienstag vorgestellten Abschlussberichts der Beauftragten zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, Christine Bergmann, hat Bayerns Justizministerin Beate Merk ihre Forderung nach einer Verlängerung der Verjährungsfristen bekräftigt. "Der Weg zu den Gerichten muss länger offenstehen", sagte Merk in München. Die Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch müssten im Zivil- und im Strafrecht verlängert werden.
Künftig kostenloser Anwalt für MissbrauchsopferDas Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellem Missbrauchs (StORMG) dient laut Bundesjustizministerium der Verbesserung des Opferschutzes im Ermittlungs- und Strafverfahren. Mit ihm werden die Empfehlungen aus dem am 1. Dezember 2010 vorgestellten Zwischenbericht des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch" aufgegriffen.
Anerkennung des Leids für Missbrauchsopfer am wichtigstenDie unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, fordert die Anerkennung des den Opfern widerfahrenen Unrechts. Diese Anerkennung sei den Betroffenen am wichtigsten, sagte Bergmann am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Die Missbrauchsopfer hätten lange schweigen müssen und keine Hilfe bekommen.
Westerwälder Missbrauchsfall: Dritter Prozess in den StartlöchernIn einem dritten Prozess wird sich das Koblenzer Landgericht ab Dienstag erneut mit dem Missbrauchsfall im Westerwald befassen. Angeklagt ist ein weiterer Mann, der sich als Freier an der leiblichen Tochter von Detlef S. vergangen haben soll.
SPD will Missbrauchsbeauftragte behaltenSPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hält eine unabhängige Missbrauchsbeauftragte auch in Zukunft für nötig. "Die Einrichtung einer unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch sollte dauerhaft fortgeführt werden", sagte Nahles am Montag in Berlin. Die SPD-Politikerin forderte zudem ein "einheitliches Hilfsmodell für alle Opfergruppen".
Missbrauch im Trierer Kloster: Mönch verging sich jahrelang an JugendlichenEin Mönch des Trierer Klosters Sankt Matthias hat in den 70er- und 80er-Jahren mindestens drei Jugendliche missbraucht. Der heute 78-jährige Geistliche habe sich damals als Vikar an den Minderjährigen vergangen, teilte der Abt des Klosters, Ignatius Maaß, am Sonntag in Trier mit. Die Vorfälle seien im vergangenen Jahr bekanntgeworden.
Spanische Polizei hat Deutschen unter MissbrauchsverdachtDie spanische Polizei hat einen Deutschen wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch festgenommen. Der 32-Jährige soll sich dabei gefilmt haben, wie er seine und andere Kinder im Alter von drei bis neun Jahren sexuell missbraucht, und das Video dann ins Internet gestellt haben. Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, wurde der Mann in Palma auf Mallorca festgenommen.
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