Mehr als 200 Tote bei syrischer Regierungsoffensive in Homs
veröffentlicht am 04.02.2012

In der syrischen Stadt Homs haben Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten die bislang folgenschwerste Offensive gegen die Protestbewegung begonnen. Mehr als 200 Menschen seien getötet worden, als der Angriff am frühen Samstagmorgen mit massivem Beschuss begann, berichteten das in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees. Ihre Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.
Beirut - In der syrischen Stadt Homs haben Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten die bislang folgenschwerste Offensive gegen die Protestbewegung begonnen. Mehr als 200 Menschen seien getötet worden, als der Angriff am frühen Samstagmorgen mit massivem Beschuss begann, berichteten das in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees. Ihre Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.
Allein im Viertel Chaldijeh, seit elf Monaten einer der Brennpunkte der Protestbewegung gegen Präsident Baschar Assad, habe es an die 140 Tote gegeben, hieß es. "Das ist der schlimmste Angriff seit Beginn des Aufstandes, seitdem der Aufstand im März begann", sagte der Leiter des Syrischen Observatoriums, Rami Abdul-Rahman. Den Koordinationkomitees zufolge setzten die Regierungstruppen Panzer und schwere Maschinengewehre ein.
Unklar war zunächst, was den Angriff auslöste. Es gibt aber Berichte, dass Deserteure Kontrollposten in dem Gebiet errichtet haben und versuchen, ihre Kontrolle dort zu konsolidieren. Assad versucht seit Monaten, die Protestbewegung niederzuschlagen. Mehrere Tausend Menschen sollen bei den Zusammenstößen bisher getötet worden sein.
Der UN-Sicherheitsrat setzt am (heutigen) Samstag seine Verhandlungen über eine Resolution zum Konflikt in Syrien fort. Das verlautete am Freitag aus Diplomatenkreisen in New York. Zuvor hatte US-Außeminister Hillary Clinton mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow telefoniert, um den Moskauer Widerstand gegen eine Resolution zu überwinden. Die USA und ihre Verbündeten haben eine militärische Intervention in Syrien ausgeschlossen, unterstützen aber einen Plan der Arabischen Liga, der Assad auffordert, die Macht an seinen Stellvertreter zu übergeben.
Die Vetomacht Russland hatte am Freitag auch einen neuen Resolutionsentwurf aus Marokko abgelehnt. Der Text sei nicht akzeptabel, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti den stellvertretenden russischen Außenminister Gennadi Gatilow. (© AP)




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