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Russland lehnt überarbeiteten UN-Resolutionsentwurf zu Syrien ab

veröffentlicht am 03.02.2012


Russland lehnt auch einen überarbeiteten Entwurf für eine UN-Resolution zum Konflikt in Syrien ab. Der Text sei inakzeptabel, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Freitag den stellvertretenden russischen Außenminister Gennadi Gatilow. Unterdessen ging das Blutvergießen in Syrien weiter.

 

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Beirut - Russland lehnt auch einen überarbeiteten Entwurf für eine UN-Resolution zum Konflikt in Syrien ab. Der Text sei inakzeptabel, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Freitag den stellvertretenden russischen Außenminister Gennadi Gatilow. Unterdessen ging das Blutvergießen in Syrien weiter. Am Freitag kamen bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und Deserteuren laut Aktivisten mindestens 23 Menschen ums Leben, darunter neun Soldaten. In Berlin stürmten syrischstämmige Männer die Botschaft ihres Landes. Das Auswärtige Amt verurteilte den Angriff scharf.


Die Unterhändler im UN-Sicherheitsrat arbeiteten weiterhin an der Formulierung eines neuen Resolutionsentwurfs, zitierte RIA Nowosti den russischen Vizeaußenminister Gatilow. Für eine Abstimmung über die Resolution sei noch kein Termin vereinbart worden. Zuvor hatte eine Gewährsperson aus dem US-Außenministerium erklärt, der am Donnerstagabend von Marokko vorgelegte Entwurf könnte auf Zustimmung treffen, da er den Bedenken Russlands Rechnung trage. Eine Abstimmung könnte noch am Freitag oder am Wochenende stattfinden, verlautete aus den US-Kreisen.


Unterdessen kamen am Freitag bei Angriffen von Regierungstruppen auf Zivilpersonen sowie bei Gefechten zwischen Soldaten der Streitkräfte und Aufständischen laut Aktivisten mindestens 23 Menschen ums Leben. Im Viertel Daraja und den Bergen rund um die Hauptstadt Damaskus seien sieben Zivilpersonen getötet worden, teilten Aktivisten mit. In den Ortschaften Dschassem, Kfarschams und Nawa in der Provinz Daraa im Süden des Landes seien mindestens neun Soldaten getötet und mehrere andere verletzt worden, meldete das Syrische Observatorium für Menschenrechte.


Nach übereinstimmenden Berichten der staatlichen Medien und Aktivisten kamen bei der Explosion eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes in der Provinz Idlib zwei Jungen ums Leben. Zwei weitere seien von Sicherheitskräften getötet worden, berichtete das Observatorium. In der Stadt Aleppo wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens drei Menschen bei Protesten gegen Präsident Baschar Assad von Regierungsanhängern erschossen.


Unterdessen wurde bekannt, dass die syrischen Streitkräfte bei der Niederschlagung der Proteste offenbar auch Kinder und Jugendliche festgenommen und gefoltert haben. Es seien mindestens zwölf Fälle dokumentiert, in denen Minderjährige unter unmenschlichen Haftbedingungen festgehalten worden seien, hieß es in einem am Freitag von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in New York veröffentlichten Bericht.


"Die Kinder sind vom Horror des gewaltsamen syrischen Vorgehens nicht verschont geblieben", sagte die HRW-Direktorin für Kinderrechte, Lois Whitman. "Syrische Sicherheitskräfte haben Kinder in deren Häusern, Schulen und auf der Straße getötet, festgenommen und gefoltert. In vielen Fällen sind Sicherheitskräfte gegen Kinder genauso vorgegangen wie gegen Erwachsene."


In dem Bericht wurde ein 16 Jahre alter Junge aus der Stadt Tal Kalach nahe der libanesischen Grenze mit den Worten zitiert, er sei acht Monate lang in sieben verschiedenen Strafanstalten inhaftiert gewesen. Einmal sei er in seiner Zelle mit Handschellen für sieben Stunden an einem Arm an der Decke aufgehängt worden, sagte der Junge, dessen Name mit Alaa angegeben wurde.


In einem anderen Fall berichteten die Eltern eines 13-jährigen Jungen aus der Küstenstadt Latakia laut HRW, ihr Sohn sei im Dezember festgenommen und neun Tage lang inhaftiert worden. Dem Jungen sei unter anderem vorgeworfen worden, Fotos von Präsident Assad verbrannt zu haben. Er sei in Haft mit Zigaretten verbrannt und mit heißem Wasser übergossen worden. Ein erwachsener Ex-Häftling sagte HRW, einige Kinder seien im Gefängnis vergewaltigt worden.


In den Ortschaften Dael und Nawa im Süden des Landes gingen nach Angaben des Observatoriums am Freitag mehr als 20.000 Menschen gegen die Regierung auf die Straße. Sicherheitskräfte hätten in die Menge geschossen, um die Demonstration aufzulösen. Im Damaszener Vorort Rankus seien mindestens zwei Menschen von Sicherheitskräften erschossen worden.


Aktivisten hatten für Freitag zu landesweiten Protesten aufgerufen, um des 30. Jahrestags des Massakers von Hama zu gedenken. Im Februar 1982 hatte Assads Vater und Vorgänger Hafis einen Aufstand blutig niederschlagen lassen. Amnesty International geht von 10.000 bis 25.000 Toten aus.


In Berlin stürmten 20 Syrer und syrischstämmige Männer am Freitag die Botschaft ihres Landes in Berlin-Tiergarten. Am Nachmittag traten sie die Tür des Gebäudes auf, randalierten in Büros und beschmierten die Fassade, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Dann ließen sie sich von angerückten Polizisten ohne Widerstand festnehmen.  (© AP)



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