Neues vom Meisterdetektiv
veröffentlicht am 02.02.2012

Da ist er wieder, der legendäre Ermittler, der begnadete Analytiker und Prototyp aller Detektive: Sherlock Holmes. Anthony Horowitz, einer der erfolgreichsten Schriftsteller Englands und Autor bekannter Fernsehserien wie "Inspektor Barnaby", erweckt die urbritische Kultgestalt in seinem Roman wieder zum Leben.
Berlin - Da ist er wieder, der legendäre Ermittler, der begnadete Analytiker und Prototyp aller Detektive: Sherlock Holmes. Anthony Horowitz, einer der erfolgreichsten Schriftsteller Englands und Autor bekannter Fernsehserien wie "Inspektor Barnaby", erweckt die urbritische Kultgestalt in seinem Roman wieder zum Leben.
Auch hier begegnet man Holmes' treuem Adjutanten, dem Mediziner Dr. Watson, der sich bemüßigt fühlt, einen der spektakulärsten Fälle des Duos niederzuschreiben.
In einer Winternacht des Jahres 1890 erhalten Holmes und Watson Besuch von einem verängstigten Mann, dem offenbar eine amerikanische Verbrecherbande nachstellt. Monate zuvor wurden dem Galeristen kostbare Gemälde auf dem Transport nach Amerika geraubt. Bei dem Überfall der skrupellosen Flat Cap Gang starb deren Anführer - nun mutmaßt der Galerist, dessen Zwillingsbruder sei ihm mit Racheabsichten nach London gefolgt. Holmes und Watson machen sich auf die Suche nach dem Halunken und kommen allerhand grausigen Untaten auf die Spur. Im Mittelpunkt steht ein ominöses weißes Band, das die Zugehörigkeit zu einer Geheimgesellschaft belegt und an dahingemeuchelten Toten drapiert eine imopsante Drohgebärde darstellt. Holmes, unerschrocken wie eh und je, deckt Erschütterndes auf, stapft unvermutet in den Sündenpfuhl der besten Londonder Kreise, gerät selbst in die Schusslinie von Schurken und landet sogar im Gefängnis. Doch seine Courage zahlt sich wie immer aus, unbeirrbar bahnt Holmes sich einen Weg durch menschliche Schlechtigkeit und zwingt das Böse auch diesmal mit unübertroffener Kombinationsgabe zur bedingungslosen Kapitulation.
Horowitz, Jahrgang 1956, lässt die gute alte Zeit aufleben, in der Verbrecher noch nachvollziehbare Motive für ihre Taten hatten, man mit Logik und Sachverstand listigen Gaunern das Handwerk legen konnte, und in der es vor allem Lichtgestalten wie Sherlock Holmes gab. Der laviert sich mit britischer Nonchalance durch den Fall, bringt Straßenjungs ebenso zum Reden wie gefährliche Mörder. Wie der kluge Held dem Bösen Paroli bietet, aus wenigen Anhaltspunkten Motiv und Tathergang erschließt, trägt magische Züge. Der Roman ist eine elegante Hommage an den berühmten Detektiv und eine Reminiszenz an Zeiten, in denen man das Verbrechen noch bekämpfen konnte. Als charmante Geschichte mit Retroflair bietet Horowitz' Holmes-Adaption richtig gute Unterhaltung. (Anke Breitmaier) (© AP)





