Drama in Ägypten: 73 Tote bei Fan-Ausschreitungen
veröffentlicht am 01.02.2012

Bei den schwersten Ausschreitungen in einem Fußball-Stadion seit mehr als 15 Jahren sind am Mittwochabend in der ägyptischen Stadt Port Said mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden rund 1.000 Menschen nach Schätzungen der Behörden verletzt.
Kairo - Bei den schwersten Ausschreitungen in einem Fußball-Stadion seit mehr als 15 Jahren sind am Mittwochabend in der ägyptischen Stadt Port Said mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden rund 1.000 Menschen nach Schätzungen der Behörden verletzt.
Bereits während des Spiels hatten Fans des Gästeteams mit provozierenden Plakaten die heimischen Zuschauer gegen sich aufgebracht. Die Zusammenstöße begannen, nachdem Fans von Al-Masri nach dem 3:1-Sieg gegen den Tabellenführer und Erzrivalen der ägyptischen Premier League Al-Ahli Sekunden nach dem Abpfiff das Spielfeld gestürmt hatten. Die Fans hätten Steine, Feuerwerkskörper und Flaschen geworfen. Unter den Toten sollen auch mehrere Sicherheitskräfte sein. Einige Spieler wurden den Angaben zufolge verletzt, obwohl die Mannschaften schnell in die Kabinen in Sicherheit gebracht wurden.
"Das ist Krieg, der geplant war", wird der Mannschaftsarzt von Al-Ahli auf der Internetseite "Egypt Independent" zitiert. Der Mediziner sprach von Chaos und forderte eine umgehende Untersuchung. "Das war eine Terror-Athmosphäre", sagte Sayed Hamdi, ein Spieler von Al-Ahly. Teamkollege Mohammed Abu Trika erhob schwere Vorwürfe gegen die Polizei, die laut seiner Aussage tatenlos zusah und keine Anstrengungen unternahm, die Krawalle zu unterbinden.
Die meisten Menschen starben an schweren Kopfverletzungen und Erstickungen, erklärte Hesham Sheiha, ein Vertreter des ägyptischen Gesundheitsministeriums.
Unmittelbar nach Bekanntwerden der Ausschreitungen war das Spiel zwischen Al-Ismailiya und Zamalek in Kairo abgebrochen worden. Daraufhin brach ein Feuer im Stadion aus.
Wegen der dramatischen Ausschreitungen in Port Said sind mittlerweile bis auf weiteres alle Fußballspiele in Ägypten abgesagt. Der Staatsanwalt ordnete sofortige Ermittlungen an. Zudem wird sich das Parlament am Donnerstag auf einer Sondersitzung mit den Krawallen befassen.
Bei den Vorfällen handelt es sich um die schlimmste Tragödie seit dem 16. Oktober 1996. Damals kamen bei einem WM-Qualifikationsspiel in Guatemala zwischen Guatemala und Costa Rica bei Krawallen 78 Menschen ums Leben. (© AP)




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