Hannover Rück setzt zum 1. Januar Preiserhöhungen um 3%-6% durch
veröffentlicht am 01.02.2012

Die Hannover Rück hat bei den Vertragserneuerungen in der Schaden-Rückversicherung zum Jahreswechsel Preissteigerungen zwischen drei und sechs Prozent durchsetzen können. Auch für die weiteren Erneuerungsrunden in diesem Jahr erwartet der weltweit drittgrößte Rückversicherer Ratenerhöhungen in dieser Größenordnung.
Frankfurt - Die Hannover Rück hat bei den Vertragserneuerungen in der Schaden-Rückversicherung zum Jahreswechsel Preissteigerungen zwischen drei und sechs Prozent durchsetzen können. Auch für die weiteren Erneuerungsrunden in diesem Jahr erwartet der weltweit drittgrößte Rückversicherer Ratenerhöhungen in dieser Größenordnung.
Vorstandschef Ulrich Wallin blickt deshalb optimistisch auf das Jahr 2012. "Wir werden das Geschäftsvolumen weiter steigern und die Ergebnissituation nochmals ausbauen können", sagte er.
In der Erneuerungsrunde zum 1. Januar hat die Hannover Rück knapp zwei Drittel ihrer Schaden-Rück-Verträge mit Erstversicherern ausgehandelt - vor allem in Deutschland und den USA. Das erneuerte Prämienvolumen stieg im Ergebnis um sechs Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro. Darin spiegelt sich laut Vorstandsmitglied Jürgen Gräber eine hohe Disziplin bei der Zeichnung neuer Verträge wider. Denn angesichts sinkender Kapitalrenditen im aktuellen Niedrigzinsumfeld sei es umso notwendiger, dass die neuen Verträge versicherungstechnisch rentabel seien.
Gestützt haben bei den Neuverhandlungen die hohen Schadensbelastungen im Vorjahr. In den betroffenen Gebieten und Segmenten fielen die Preiserhöhungen besonders stark aus. Von einem insgesamt harten Markt, dem Branchenjargon für einen Zyklusaufschwung bei den Prämien, wollte Wallin aber nicht sprechen.
Die Hannover Rück musste wie alle anderen Rückversicherer im vergangenen Jahr eine der höchsten Schadenbelastungen ihrer Geschichte verkraften. Schwere Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie Überschwemmungen in Australien und Thailand schlugen kräftig ins Kontor. Der MDAX-Konzern kam angesichts seines risikoärmeren Portfolios und des stärkeren Schutzes durch eigene Rückversicherungen jedoch vergleichsweise glimpflich davon.
Anders als viele Wettbewerber haben die Hannoveraner ihr Eigenkapital im vergangenen Jahr sogar erhöht. Das Gewinnziel von mindestens 500 Millionen Euro wurde ebenfalls erreicht, wie Wallin in einem Gespräch mit dem Wall Street Journal Deutschland vor zwei Wochen bestätigt hatte. Auch die Aktionäre müssen nicht unter dem "Katastrophenjahr" leiden. Wallin versprach ihnen eine Dividende von mindestens 2,00 Euro und damit eine Ausschüttung in etwa auf Vorjahreshöhe. (© Dow Jones)




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