Generalstreik in Belgien
veröffentlicht am 30.01.2012

Ein 24-stündiger Generalstreik hat Belgien am Montag in weiten Teilen lahmgelegt. Demonstranten auf dem Schuman-Platz vor dem Gebäude des Europäischen Rates, wo der EU-Gipfel tagte, verlangten auf Plakaten einen "Solidaritätspakt" und keinen Fiskalpakt. Sie gaben dafür symbolisch erste "Euro-Bonds" aus, wie die Zeitung "Le Soir" berichtete.
Brüssel - Ein 24-stündiger Generalstreik hat Belgien am Montag in weiten Teilen lahmgelegt. Demonstranten auf dem Schuman-Platz vor dem Gebäude des Europäischen Rates, wo der EU-Gipfel tagte, verlangten auf Plakaten einen "Solidaritätspakt" und keinen Fiskalpakt. Sie gaben dafür symbolisch erste "Euro-Bonds" aus, wie die Zeitung "Le Soir" berichtete. Die Ankunft der Staats- und Regierungschefs in Belgien schien nicht gestört worden zu sein. Alle trafen rechtzeitig ein.
Der Streik richtete sich gegen die Sparmaßnahmen des neuen Ministerpräsidenten Elio di Rupo, die zum Teil auf Druck der EU beschlossen worden waren, weil Belgiens Schuldenstand so hoch ist. Die Zeitung "De Morgen" titelte: "Wat nu?" Die Gewerkschaftsführerin Anne Demelenne sagte: "Die Sparprogramme sind nicht die Lösung, sondern das Problem."
Vor allem kam der Bahnverkehr zum Erliegen, darunter die Strecken Köln-Brüssel-Paris und die Strecke Brüssel-London. Halbdurchlässige Blockaden wurden an mehreren größeren Straßen im Lande und an einigen Grenzübergängen nach Deutschland und Frankreich sowie an Einkaufszentren errichtet, wie belgische Medien berichteten. Die Häfen von Antwerpen, Gent, Zeebrugge und Oostende standen still.
Neben den Eisenbahnern streikte auch ein Teil der Postbeamten, Lehrer, Hafenarbeiter und die Beschäftigten in Krankenhäusern und Gefängnissen. U-Bahn, Straßenbahnen und Busse in Brüssel fuhren nicht. Auch gab es Berichte über Streiks in Fabriken, wie bei Coca-Cola. (© AP)




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