Mutter der Opfer sagt in Kraillinger Prozess um Doppelmord aus

veröffentlicht am 30.01.2012


Im Prozess wegen Doppelmordes an den beiden Mädchen aus Krailling hat am Montag die Mutter der Kinder als Zeugin unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Landgericht München ausgesagt. Sie habe sich zunächst zu den unmittelbaren Geschehnissen in der Tatnacht geäußert, in der sie die Mädchen gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten fand, als sie gegen 4.30 Uhr nach Hause kamen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

 

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München - Im Prozess wegen Doppelmordes an den beiden Mädchen aus Krailling hat am Montag die Mutter der Kinder als Zeugin unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Landgericht München ausgesagt. Sie habe sich zunächst zu den unmittelbaren Geschehnissen in der Tatnacht geäußert, in der sie die Mädchen gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten fand, als sie gegen 4.30 Uhr nach Hause kamen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.


Nach der Schilderung der 42-Jährigen habe ihre acht Jahre alte Tochter Chiara blutüberströmt und mit einer Schlinge um den Hals auf ihrem Bett gelegen. Die elfjährige Sharon habe sie im Zimmer der Schwester leblos auf dem Boden liegend gefunden, wie die Sprecherin sagte. Demnach war die Zeugin zwar um "gefasste Angaben bemüht", hat aber auch "immer wieder geweint und um Worte gerungen".


Im Wesentlichen bestätigte sie die Angaben, die sie auch schon bei früheren Befragungen durch die Polizei gemacht hatte. Insbesondere wird sich die Frau auch noch zu den finanziellen Beziehungen zwischen ihr und dem mutmaßlichen Mörder der Kinder äußern. Der 51 Jahre alte Onkel der Mädchen soll seine Nichten laut Staatsanwaltschaft in der Nacht zum 24. März 2011 aus Habgier getötet haben.


Er habe die Mädchen mit einem Messer, einem Seil und einer Hantelstange attackiert. Laut Anklage habe er vorgehabt, auch deren Mutter zu töten, um so seine Frau zur Alleinerbin des Familienvermögens zu machen und seine Familie aus finanziellen Schwierigkeiten zu befreien. Auch der Angeklagte war während der Zeugenaussage ausgeschlossen, konnte sie aber per Videoübertragung von einem Nebenraum aus verfolgen.


Ein Psychologe sagte am Montagmorgen, die Mutter der Mädchen leide unter einem "Trauma gigantischen Ausmaßes". Für den Nachmittag war auch die Vernehmung des Lebensgefährten der Frau vorgesehen. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass Medien und Öffentlichkeit während seiner Aussage wieder zugelassen werden.  (© AP)



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