Anwalt wirft USA Verwicklung in Schüsse auf Tahrir-Platz vor
veröffentlicht am 27.01.2012

Der Anwalt des früheren ägyptischen Innenministers Habib el Adli hat den USA und Israel vorgeworfen, für die Tötung von Demonstranten während des Aufstandes auf dem Tahrir-Platz im vergangen Jahr verantwortlich zu sein. Israels strategisches Ziel sei es, Ägypten zu destabilisieren und dessen nationale Sicherheit zu schädigen, während die USA zum selben Zweck eine Reihe von Einzelpersonen und Gruppen unterstützten, sagte Mohammed el Gendi am Donnerstag.
Kairo - Der Anwalt des früheren ägyptischen Innenministers Habib el Adli hat den USA und Israel vorgeworfen, für die Tötung von Demonstranten während des Aufstandes auf dem Tahrir-Platz im vergangen Jahr verantwortlich zu sein. Israels strategisches Ziel sei es, Ägypten zu destabilisieren und dessen nationale Sicherheit zu schädigen, während die USA zum selben Zweck eine Reihe von Einzelpersonen und Gruppen unterstützten, sagte Mohammed el Gendi am Donnerstag.
Unter anderem warf der Anwalt Sicherheitskräften der Amerikanischen Universität in Kairo vor, auf Demonstranten geschossen zu haben. Der Campus der Universität grenzt an den Tahrir-Platz, das Zentrum der Proteste, die im vergangenen Februar zum Sturz von Präsident Husni Mubarak geführt hatten. El Gendi widersprach damit den Aussagen der Wachleute, die vor Gericht erklärt hatten, dass Scharfschützen des Regimes von den Dächern der Universitätsgebäude auf die Demonstranten geschossen hätten.
El Gendis Vorwürfe folgten der Linie des Mubarak-Regimes und des derzeit regierenden Militärrats, die mehrfach Kräfte aus dem Ausland beschuldigt haben, hinter den Unruhen zu stecken.
Innenminister El Adli steht derzeit ebenso wie Mubarak und vier weitere Angeklagte wegen der Tötung Hunderter Demonstranten während des Aufstandes vor Gericht. Bei einem Schuldspruch droht ihnen allen die Todesstrafe. Mubaraks Anwalt hat die Verteidigung bereits abgeschlossen, El Adlis Verteidiger hat dafür insgesamt fünf Tage Zeit, die der übrigen Angeklagten noch bis Mitte Februar. Mit baldigen Urteilen wird nicht gerechnet. (© AP)




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