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Gewinneinbruch bei Siemens

veröffentlicht am 24.01.2012


Projektverzögerungen und die Schuldenkrise haben Siemens einen Fehlstart ins Geschäftsjahr 2011/12 beschert. Der Gewinn brach im ersten Quartal um 17 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro ein, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte. Nur für das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ergibt sich sogar ein Minus von 27 Prozent.

 

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München - Projektverzögerungen und die Schuldenkrise haben Siemens einen Fehlstart ins Geschäftsjahr 2011/12 beschert. Der Gewinn brach im ersten Quartal um 17 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro ein, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte. Nur für das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ergibt sich sogar ein Minus von 27 Prozent. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 17,9 Milliarden Euro, der Auftragseingang lag zwar mit 19,8 Milliarden Euro über diesem Wert, sank aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent.


"Die Realwirtschaft kann sich den Einflüssen der volatilen Finanzmärkte nicht entziehen", sagte Siemens-Vorstandschef Peter Löscher. Öffentliche Budgets seien angespannt, Sorgen vor Kreditengpässen bremsten die Investitionsbereitschaft.


"2012 wird kein leichtes Jahr", sagte Löscher. "Wir stehen zu den Zielen, die wir uns für 2012 gesteckt haben. Aber angesichts der weltwirtschaftlichen Verfassung sind sie ambitionierter geworden." Siemens strebt im laufenden Geschäftsjahr unter anderem einen wachsenden Umsatz und einen Gewinn von sechs Milliarden Euro an. Unter anderem werde das Unternehmen von seiner breiten Aufstellung, und seiner soliden Finanzlage profitieren, sagte Löscher und lobte den auf 102 Milliarden Euro gestiegenen Auftragsbestand. Vor einem Jahr hatte er noch rund zehn Milliarden Euro niedriger gelegen.


Besonders stark vom Ergebnisrückgang war der Sektor Energie betroffen. Hier ging der operative Gewinn um 36 Prozent auf 481 Millionen Euro zurück. Die Bereiche Erneuerbare Energien und Stromübertragung rutschten sogar mit 48 Millionen beziehungsweise 145 Millionen Euro ins Minus.


Bei der Stromübertragung litt Siemens nach eigenen Angaben unter verzögerten Projekten. Dies belastete das Ergebnis nach Konzernangaben mit 203 Millionen Euro. Bei den Projekten ist ein Auftragsvolumen von 1,6 Milliarden Euro betroffen.


Im Bereich Erneuerbare Energien machte dem Konzern unter anderem zu schaffen, dass er mehr Anlagen an Land baute. Dabei sei der Wettbewerb schärfer und die Margen niedriger, sagte Löscher. Er glaube, dass die goldenen Zeiten im Windbereich erstmal vorbei seien. Große Industriefirmen wie Siemens hätten hier aber weiterhin ihre Chancen. Bei Siemens werde sich die Situation im Windgeschäft bereits im zweiten Quartal verbessern.


Finanzvorstand Joe Kaeser bekräftigte, dass der Leuchtmittelhersteller Osram noch im laufenden Jahr an die Börse soll. Dies sei wahrscheinlich. Das Geschäftsumfeld im Lichtsektor habe einen Boden erreicht, und auch am Aktienmarkt sei die Situation günstiger. Im vergangenen Jahr hatte Siemens den Osram-Börsengang angesichts der schlechten Stimmung am Aktienmarkt noch abgesagt.


Die aktuellen Zahlen von Siemens kamen an der Börse schlecht an. In den ersten Minuten des Handels fiel der Aktienkurs um drei Prozent.  (© AP)



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