Bewegender Abschied von ermordetem Staatsanwalt
veröffentlicht am 23.01.2012

Bewegender Abschied von dem im Dachauer Amtsgericht erschossenen Staatsanwalt: Bei einer öffentlichen Trauerfeier in der Münchner Kirche St. Michael haben am Montag rund 1.000 Menschen des 31-jährigen Juristen Tilman T. gedacht.
München - Bewegender Abschied von dem im Dachauer Amtsgericht erschossenen Staatsanwalt: Bei einer öffentlichen Trauerfeier in der Münchner Kirche St. Michael haben am Montag rund 1.000 Menschen des 31-jährigen Juristen Tilman T. gedacht. Unter den Trauergästen in der überfüllten Kirche waren zahlreiche Vertreter von Politik und Justiz sowie viele Münchner Bürger, die damit ihre Anteilnahme ausdrücken wollten.
Domdekan Lorenz Wolf, der das Requiem zelebrierte, sagte in seiner Predigt: "Es macht uns hilflos, dass die Tat nicht nachvollziehbar ist." Der junge Staatsanwalt war am 11. Januar im Dachauer Amtsgericht von einem 54-jährigen Transportunternehmer erschossen worden, der sich wegen nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge verantworten musste. Beigesetzt wurde der Jurist am vergangenen Donnerstag im engsten Familienkreis.
Nach bisherigen Erkenntnissen handelte der Täter aus Hass auf die bayerische Justiz. Justizministerin Beate Merk griff das Motiv in ihre Ansprache auf: "Während er für den Rechtsstaat im Einsatz war, haben wir ihn verloren - verloren durch den Hass eines Einzelnen, der nicht ihm persönlich galt, sondern eben jenem Rechtsstaat."
Merk sagte weiter, der 31-Jährige werde "in unseren Gedanken und in unserer Erinnerung immer ein Teil von uns bleiben". Die bayerische Justiz habe einen schrecklichen Verlust erlitten. Der junge Staatsanwalt sei "ein ungewöhnlicher Mensch gewesen, mit herausragendem Wissen und Engagement". Seine Tätigkeit sei für ihn kein Beruf, sondern eine Berufung gewesen.
Der frühere Doktorvater des Mordopfers, Horst Eidenmüller, sagte: "Tilman wird uns arg fehlen." Er sei ein brillanter Jurist mit einer großen Präsenz gewesen, gewitzt und gescheit. Der Staatsanwalt habe sicher das Zeug zum Verfassungsrichter in Karlsruhe gehabt, erklärte Eidenmüller, mit brüchiger Stimme und gegen Tränen ankämpfend. (© AP)




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