Dt. Börse bietet Land Hessen Standortsicherungsgespräche an
veröffentlicht am 20.01.2012

Die Deutsche Börse will die Bedenken des Landes Hessen gegen den geplanten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext zerstreuen. Der Konzern hat dem Land Verhandlungen zum Abschluss eines Standortsicherungsvertrags für Frankfurt und Eschborn angeboten, teilte die Deutsche Börse AG auf Nachfrage von Dow Jones Newswires mit.
Frankfurt - Die Deutsche Börse will die Bedenken des Landes Hessen gegen den geplanten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext zerstreuen. Der Konzern hat dem Land Verhandlungen zum Abschluss eines Standortsicherungsvertrags für Frankfurt und Eschborn angeboten, teilte die Deutsche Börse AG auf Nachfrage von Dow Jones Newswires mit.
Kernpunkte seien eine Investitionszusage von mindestens 300 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für mindestens zwei Jahre. Außerdem biete die Börse an, Frankfurt/Eschborn neben den vorgesehenen Geschäftsbereichen Derivate, Marktdaten sowie Wertpapierverwahrung und Wertpapierverwaltung zusätzlich zum Operations-Hub für Gesamteuropa auszubauen.
Eine Sprecherin des hessischen Wirtschaftsministeriums, dem auch die Börsenaufsicht untersteht, wollte das Angebot nicht kommentieren. Das Ministerium halte an seiner Linie fest, Interna nicht in der Öffentlichkeit zu besprechen. Sie fügte hinzu, dass die Börsenaufsicht Bedenken hinsichtlich des Zusammenschlusses angemeldet und Vorschläge gemacht hatte, diese zu entkräften. Von den Fusionspartnern seien indes bislang noch keine Vorschläge gekommen, die die Bedenken zerstreuen könnten. Bei der hessischen Landesregierung direkt war niemand für einen Kommentar zu erreichen.
Die Chancen für die 17 Milliarden US-Dollar schwere Fusion zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Börsenbetreiber sind zuletzt gesunken. Die EU-Wettbewerbshüter hatten empfohlen, den Zusammenschluss zu untersagen. Insbesondere die dominante Position der beiden Unternehmen im börsengebundenen Derivatehandel steht im Zentrum der Kritik. Auch der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt. (© Dow Jones)




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