Bundesstelle ermittelt nach Häufung von Flugunglücken am Wochenende

veröffentlicht am 24.08.2009


Nach einer Häufung von Unglücken mit Kleinflugzeugen am Wochenende ermittelt die Bundesstelle für Fluguntersuchungen in den verschiedenen Fällen. «Unsere Fachleute sichern Spuren aus den Wracks, um zu klären, wie die Flüge in der letzten Phase vor dem Unfall verlaufen sind», sagte Untersucher Johann Reuß am Montag in Braunschweig. Bei drei Unglücken mit einem Hubschrauber und Sportmaschinen in Baden-Württemberg und Hamburg waren insgesamt acht Menschen ums Leben gekommen.

 

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Hamburg - Nach einer Häufung von Unglücken mit Kleinflugzeugen am Wochenende ermittelt die Bundesstelle für Fluguntersuchungen in den verschiedenen Fällen. «Unsere Fachleute sichern Spuren aus den Wracks, um zu klären, wie die Flüge in der letzten Phase vor dem Unfall verlaufen sind», sagte Untersucher Johann Reuß am Montag in Braunschweig. Bei drei Unglücken mit einem Hubschrauber und Sportmaschinen in Baden-Württemberg und Hamburg waren insgesamt acht Menschen ums Leben gekommen.


«Wir haben Mitarbeiter entsandt, die nun vor Ort Fakten sammeln», erklärte Reuß. Die dem Verkehrsministerium untergeordnete Bundesstelle in Braunschweig erstellt Berichte über Flugzeugunglücke mit dem Ziel, weitere Unfälle zu vermeiden. Die Flugzeugingenieure und Piloten ermitteln unabhängig von Polizei und Staatsanwaltschaft.


Reuß zufolge werden «Spuren am Wrack gesichert, Einstellungen im Cockpit festgestellt und Anzeigeinstrumente abgelesen und ausgewertet.» Weiterhin würden aufgezeichnete Radarspuren analysiert sowie Piloten, Insassen und andere Zeugen befragt. Vom Funkverkehr würden Protokolle erstellt.


Flugzeugunglücke mit Kleinflugzeugen häufen sich nach Auskunft der Bundesstelle besonders an Wochenenden im Sommer. «Rundflüge werden nun mal meistens bei gutem Wetter gebucht», sagte Reuß. Viele Menschen nutzten am vergangenen Wochenende das ideale Flugwetter mit großer Sichtweite.


Im vergangenen Jahr kam es nach Angaben der Bundesstelle bei Motorseglern, Segelflugzeugen und Maschinen bis zu zwei Tonnen zu 15 Unfällen mit 23 Toten. Im Jahr 2007 waren es 17 Unglücke mit 25 Todesopfern.


Die Polizei in Hamburg ermittelt nach Angaben einer Sprecherin wegen fahrlässiger Tötung gegen den Piloten des Wasserflugzeuges, das sich am Samstag bei der Landung im Hafen der Stadt überschlug. Die beiden Passagiere eines Rundfluges konnten sich anders als der Pilot nicht aus dem Cockpit befreien und ertranken.


«Es ist Filmmaterial eingeholt worden, worauf zu erkennen ist, dass das Fahrwerk der Maschine vor der Landung ausgefahren war», sagte eine Polizeisprecherin. Möglicherweise wirkten die Reifen der Maschine wie Bremsklötze und verursachten so den Überschlag. Ob der Pilot eine Warnanzeige übersah, muss ermittelt werden.


Bei dem Zusammenstoß eines Hubschraubers mit einem Kleinflugzeug im baden-württembergischen Ellwangen hat die Polizei nach eigenen Angaben noch keine Erkenntnisse über die Ursache des Unglücks. Vier Personen kamen in dem Hubschrauber ums Leben, darunter der Pilot. Die Identität der drei Fluggäste ist noch nicht geklärt. Die Passagiere machten einen Rundflug am Rande eines Volksfestes.


Bei einem weiteren Absturz eines Kleinflugzeugs in der Nähe von Ravensburg in Baden-Württemberg kamen am Sonntagnachmittag zwei Menschen ums Leben. Das Ultraleichtflugzeug brach aus noch ungeklärter Ursache in der Luft auseinander und stürzte auf eine Wiese bei Fronreute-Feldmoos, wie die Polizei mitteilte. Die Wrackteile wurden auf einer Länge von einem Kilometer gefunden. Nach Angaben der Polizei gab es an Bord des Flugzeugs weder eine Explosion noch ein Feuer.


Auch in der Nähe von Freiburg gab es am Sonntag ein Unfall mit einem Ultraleichtflugzeug. Dabei wurden zwei Männer schwer verletzt. Glück im Unglück hatte dagegen ein 18-jähriger Flugschüler aus Hannover. Beim Landeanflug auf einen Segelflugplatz im Landkreis Holzminden geriet der junge Mann mit einer Tragfläche an das Dach einer Friedhofskapelle und landete anschließend unkontrolliert auf einer Wiese. Er blieb unverletzt.  (© AP)



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