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 21. August 2009
Bauern beklagen dramatischen Preisverfall bei Getreide
Berlin - Der Bauernverband hat einen drastischen Preisverfall bei Getreide beklagt. «Die Preisrückgänge bei allen Getreidearten sowie bei Raps bringen unsere Ackerbauern um den verdienten Lohn ihrer Arbeit», sagte Verbandspräsident Gerd Sonnleitner bei der Vorstellung der Erntebilanz am Freitag in Berlin. Belastet würden die Bauern zusätzlich durch hohe Preise für Düngemittel, Energie und Saatgut. Für den Winter erwartete er allerdings wieder eine Stabilisierung der Preise.
Die Getreideernte fiel laut Bauernverband mit 49,9 Millionen Tonnen niedriger aus als im Vorjahr. Allerdings lag die Erntemenge um acht Prozent über dem langjährigen Mittel. Trotz Trockenheit im Frühsommer und Ernteunterbrechungen durch Niederschläge, sei die Qualität insgesamt zufriedenstellend, hieß es. Sonnleitner beklagte das «Schaukelwetter» mit Starkregen, Sturm oder Frost und führte es teils auf die Klimaerwärmung zurück.
Die Getreidepreise haben laut Verband mittlerweile historische Tiefststände erreicht. So liege der Preis für Braugerste um 45 Prozent unter dem Vorjahr, der für Brotweizen 35 Prozent darunter. Aufgrund der Preissenkungen könnten die Verbraucher, die getreideverarbeitenden Branchen und die Veredlungsbetriebe günstiger versorgt werden, sagte Sonnleitner. Aber die «Einkommenssituation der Ackerbaubetriebe wird sehr angespannt».
Sonnleiter empfahl den Bauern, die Märkte zu beobachten und das eingelagerte Getreide gegebenenfalls erst später zu verkaufen, wenn die Preise sich wieder erholten. Die Hoffnung auf Stabilisierung der Preise führte er unter anderem darauf zurück, dass die Getreideernte europa- und weltweit kleiner ausfallen werde als im Vorjahr. Das lasse gute Chancen für den Export erwarten.

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