(Im Fokus) Enkel des Stuttgarter Bahnhofsarchitekten beklagt Abriss
veröffentlicht am 13.01.2012

Der Enkel des Architekten Paul Bonatz (1877-1956), Peter Dübbers, bedauert den bevorstehenden Abriss des Südflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofs außerordentlich. "Es ist ungeheuer schmerzlich zu sehen, dass die Arbeit meines Großvaters abgerissen wird", sagte der 73-Jährige der Nachrichtenagentur dapd in Stuttgart. "Ich weiß, wie sehr er an dem Bahnhof hing", fügte Dübbers hinzu.
Stuttgart - Der Enkel des Architekten Paul Bonatz (1877-1956), Peter Dübbers, bedauert den bevorstehenden Abriss des Südflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofs außerordentlich. "Es ist ungeheuer schmerzlich zu sehen, dass die Arbeit meines Großvaters abgerissen wird", sagte der 73-Jährige der Nachrichtenagentur dapd in Stuttgart. "Ich weiß, wie sehr er an dem Bahnhof hing", fügte Dübbers hinzu. Daher sei es "natürlich tragisch zu sehen, dass diese Arbeit jetzt zerstört wird".
Dübbers hatte bereits gegen den Abriss des Bahnhofs geklagt und sich darüber hinaus im Dezember vergangenen Jahres bei Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt. Vor Gericht unterlag er aber. In dem Südflügel des Bahnhofs sollte im Laufe des Tages die Entkernung des Gebäudes beginnen.
"Ich bedauere es sehr, dass die Bahn mit dem Abriss Fakten schaffen will, obwohl dies vom Bauablauf her überhaupt nicht erforderlich wäre", sagte der 73-Jährige. Das Vorgehen unterliege dem Motto: "Es läuft an einigen Stellen nicht, daher reißen wir jetzt mal den Südflügel ab", kritisierte Dübbers. Dies zeige, dass es sich bei dem bevorstehenden Abriss um eine "rein politische Maßnahme" handelt.
Mit Blick auf den geplanten Neubau sagte Dübbers, der Entwurf des neuen Bahnhofs sei bereits jetzt "nicht mehr zeitgemäß". "Dieser Entwurf ist mittlerweile fünfzehn Jahre alt und schon angestaubt", sagte der 73-Jährige.
Als Hauptargument gegen den Abriss des zwischen 1914 und 1927 errichteten Gebäudes nannte Dübbers den Denkmalschutz. Demzufolge "ist der Bahnhof ein herausragendes Beispiel eines Bau- und Kulturdenkmals", betonte Dübbers. Dies sei allein schon Grund genug, das Gebäude zu schützen. Besonders schwer wiege zudem die Tatsache, dass es technisch möglich wäre, einen Tiefbahnhof zu bauen, der unter den Flügeln des jetzigen Bahnhofes liegt. "Konstruktionen dieser Art werden in ganz Deutschland gebaut", sagte Dübbers. (© AP)




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