Gewerkschaft UFO droht Lufthansa wegen Leiharbeit mit Klage

veröffentlicht am 11.01.2012


Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat ihren Ton in der Diskussion um den geplanten Einsatz von Zeitarbeitskräften in Lufthansa-Kabinen verschärft. Falls die Deutsche Lufthansa AG von diesem Vorhaben nicht bis zum 27. Januar Abstand nehme, werde die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) beim Arbeitsgericht Frankfurt dagegen klagen, sagte Sprecher Alexander Behrens Dow Jones Newswires.

 

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Frankfurt - Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat ihren Ton in der Diskussion um den geplanten Einsatz von Zeitarbeitskräften in Lufthansa-Kabinen verschärft. Falls die Deutsche Lufthansa AG von diesem Vorhaben nicht bis zum 27. Januar Abstand nehme, werde die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) beim Arbeitsgericht Frankfurt dagegen klagen, sagte Sprecher Alexander Behrens Dow Jones Newswires.


Die Arbeitnehmervertreter haben Europas größte Airline am Mittwoch darüber informiert und warten nun auf eine Stellungnahme. Lufthansa habe keine Veranlassung, auf diese Fristsetzung einzugehen, sagte Konzernsprecher Andreas Bartels. Die Airline sei weiterhin der Einschätzung, dass ihr Vorgehen rechtmäßig sei.


Ausgangspunkt des Streits ist der in Bau befindliche Großflughafen in Berlin. Lufthansa will dort 15 Maschinen stationieren. Um im Wettbewerb bestehen zu können, muss Deutschlands größte Airline eigenen Angaben zufolge mit geringeren Kosten arbeiten als an anderen Standorten. Verhandlungen mit der Gewerkschaft UFO über Zugeständnisse der Mitarbeiter haben nach Angaben von Lufthansa allerdings nicht zum Erfolg geführt. Das Unternehmen entschied sich daraufhin, keine Flugbegleiter des Konzerns zu beschäftigen, sondern Zeitarbeitskräfte einzusetzen.


Dies will UFO aber auch nicht. Die Gewerkschaft gab flugs ein Gutachten in Auftrag, dass die Vereinbarkeit dieser Pläne mit dem Tarifvertrag prüfen sollte. Die Gutachter gelangten zu der Auffassung, dass Lufthansa mit dem Einsatz von Leiharbeitern gegen einen geltenden Tarifvertrag verstoße. Der Vertrag erlaube es der Airline nur, eigenes Personal in der Luft einzusetzen.


Die Gewerkschaft rechnet sich bei einer Klage sehr gute Chancen aus. Gleichwohl setzen die Arbeitnehmervertreter auf eine außergerichtliche Einigung und hoffen, dass sich die Parteien gütlich einigen werden und Lufthansa nur eigenes Personal in den Kabinen beschäftigt.


Eine Einigungsmöglichkeit bietet sich am Freitag. Dann wollen Lufthansa, UFO und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihre Tarifverhandlungen für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden, in der Kabine, bei Lufthansa Cargo, Lufthansa Service Gesellschaft (LSG), Lufthansa Technik und Lufthansa Systems starten. Die Arbeitnehmer fordern 6,1 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten.


Die beiden Gewerkschaften treten bei diesen Verhandlungen erstmals als Tarifgemeinschaft an. Sie wollen ihre Kräfte bündeln und so ihren Forderungen mehr Nachdruck verleihen. Bisher haben die Arbeitnehmervertreter immer getrennt mit Lufthansa verhandelt.  (© Dow Jones)



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