Volkswagen will Porsche-Sportwagenmarke bald integrieren

veröffentlicht am 09.01.2012


Die Fusion von Volkswagen und Porsche ist vom Tisch. Der Zusammenschluss sei wegen der rechtlichen Scharmützel "nicht mehr möglich", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Montag auf der Automobilmesse in Detroit. Volkswagen wolle nun so schnell wie möglich das Porsche-Kerngeschäft mit Sportwagen herauslösen, um die restlichen Anteile an der Marke Porsche in den Konzern integrieren zu können.

 

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Detroit - Die Fusion von Volkswagen und Porsche ist vom Tisch. Der Zusammenschluss sei wegen der rechtlichen Scharmützel "nicht mehr möglich", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Montag auf der Automobilmesse in Detroit. Volkswagen wolle nun so schnell wie möglich das Porsche-Kerngeschäft mit Sportwagen herauslösen, um die restlichen Anteile an der Marke Porsche in den Konzern integrieren zu können.


"Wir wollen so bald wie möglich kooperieren", sagte Winterkorn zu Journalisten am Rand der North American International Auto Show. Der Manager steht sowohl an der Spitze der Wolfsburger als auch der Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE.


Der ursprüngliche Plan von Porsche, die wesentlich größere Volkswagen AG zu übernehmen, ging nach hinten los als die Kreditmärkte in der Finanzkrise austrockneten. Am Ende musste das Management den Hut nehmen und der Stuttgarter Sportwagenbauer musste einem Zusammenschluss unter der Führung von Volkswagen zustimmen.


Wegen der anhaltenden rechtlichen Unsicherheit verschoben die beiden Autokonzerne im September jedoch ihre Fusion und prüften Alternativen. Die Aktionäre sollten eigentlich bis Ende 2011 ihre Zustimmung geben. Die Prüfung der Möglichkeiten eines Zusammenschluss ohne die Porsche Holding dauere immer noch an, so Winterkorn.


Eine Gruppe von Investmentfonds hatte Ende Dezember beim Landgericht Stuttgart Klage gegen den Sportwagenbauer eingereicht. Sie machen Schadensersatzansprüche für Schäden von knapp 2 Milliarden Euro geltend, die sie im Zuge des gescheiterten Übernahmeversuchs von Volkswagen durch die Porsche SE im Jahre 2008 erlitten haben. Einige der Kläger gehören zu der Gruppe von Investmentfonds, die bereits bei einem New Yorker Gericht wegen angeblicher Marktmanipulationen bei Porsche geklagt hatten. Der Stuttgarter Autobauer hatte einen Anteil von 51% an der weit größeren Volkswagen AG aufgebaut und komplexe Aktienoptionen erworben, um die Kontrolle des Wettbewerbers zu übernehmen.


Auch beim Landgericht Braunschweig haben Anleger eine ähnliche Klage eingereicht. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes von Marktmanipulation. Die Untersuchungen dauern an, ein Ende des Rechtsstreites ist bislang nicht abzusehen.


Volkswagen besitzt bereits 49,9% an der Marke Porsche und hält Optionen, die restlichen 50,1% übernehmen. Würden die Optionen ausgeübt, bliebe die Porsche Holding als eigenständiges Unternehmen bestehen.  (© Dow Jones)



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