Berliner Erzbischof Woelki wird zum Kardinal ernannt
veröffentlicht am 06.01.2012

Ein knappes halbes Jahr nach seinem Amtsantritt in Berlin ist Erzbischof Rainer Maria Woelki zum Kardinal ernannt worden. Die Ernennung habe Papst Benedikt XVI. am Freitag in Rom verkündet, teilte ein Sprecher des Erzbistums Berlin mit.
Berlin/Rom - Ein knappes halbes Jahr nach seinem Amtsantritt in Berlin ist Erzbischof Rainer Maria Woelki zum Kardinal ernannt worden. Die Ernennung habe Papst Benedikt XVI. am Freitag in Rom verkündet, teilte ein Sprecher des Erzbistums Berlin mit. Das "Konsistorium für die Kreierung zum Kardinal" wird am 18. und 19. Februar 2012 in Rom zelebriert. Der 55-Jährige sei jetzt der Jüngste unter allen Kardinälen weltweit, fügte der Sprecher hinzu. Woelki wertete die Ernennung als Ehre und Ermutigung.
Im Erzbistum Berlin leben etwa 390.000 Katholiken. Es umfasst neben Berlin auch große Teile Brandenburgs sowie den Osten des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Auch fast alle Amtsvorgänger Woelkis in Berlin waren Kardinäle.
Woelki sagte: "Dass der Heilige Vater mich in das Kardinalskollegium berufen hat, ist für mich, aber auch für das Erzbistum Berlin und die katholische Kirche in Deutschland eine große Ehre." Nach Einschätzung des Erzbischofs würdigt der Papst mit dieser Entscheidung auch die Bedeutung Berlins. Woelki sagte: "Ich nehme es auch als Ermutigung für alle Katholiken, die in der Diaspora leben. Ich muss gestehen, dass ich die Ernennung so kurz nach den ereignisreichen ersten Monaten in Berlin nicht erwartet hatte."
Papst Benedikt XVI. hatte bei seinem Deutschlandbesuch im September 2011 auch die deutsche Hauptstadt besucht, eine Rede im Bundestag gehalten und im Olympiastadion eine Messe mit mehreren Zehntausend Gläubigen gefeiert.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gratulierte Woelki zur Aufnahme in das Kardinalskollegium. Der Papst würdige damit "nicht zuletzt den Stellenwert Berlins als deutscher Hauptstadt", sagte Wowereit. "Die Katholiken in Berlin sowie im Osten unseres Landes dürften die rasche Ernennung als besondere Anerkennung verstehen."
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte der Nachrichtenagentur dapd, mit dieser Ehrung habe der Papst die bisherigen Leistungen Woelkis "auf herausgehobene Weise gewürdigt". Es sei gut, dass die Anliegen der Brandenburger nun "unmittelbarer in den Prozess der Meinungsbildung innerhalb der römisch-katholischen Kirche einfließen können".
Eine Gratulation kam auch vom Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge. Er sagte, der Beginn von Woelkis Amtszeit sei von positiven Zeichen der Gemeinsamkeit der Kirchen in Berlin und Brandenburg geprägt gewesen. Er habe Woelki als ökumenisch offen und als engagiert für seine Kirche kennengelernt.
Mit großer Freude wurde die Ernennung auch vom Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin aufgenommen. "Wir freuen uns mit dem Erzbischof und gratulieren ihm herzlich", sagte der Vorsitzende des Diözesanrats, Wolfgang Klose. Die Ernennung unterstreiche die Bedeutung des Erzbistums Berlin als Hauptstadtbistum und stärke die Kirche von Berlin in ihrer Diasporasituation. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ingrid Fischbach, sieht in der Ernennung eine Anerkennung für Woelkis Einsatz "als Oberhirte der Katholiken in der Bundeshauptstadt". (© AP)




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