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Rund 1.000 gefälschte Giacometti-Kunstwerke sichergestellt

veröffentlicht am 19.08.2009


Rund 1.000 gefälschte Bronzeplastiken und Gipsskulpturen des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti (1901-1966) haben Polizeibeamte in der Nähe von Mainz sichergestellt. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Mittwoch mitteilten, wurde im Zuge der Ermittlungen ein 59 Jahre alter Mann in Frankfurt am Main festgenommen, der sich als Reichsgraf ausgegeben und einen Teil der Fälschungen auf dem Markt angeboten hatte.

 

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Stuttgart - Rund 1.000 gefälschte Bronzeplastiken und Gipsskulpturen des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti (1901-1966) haben Polizeibeamte in der Nähe von Mainz sichergestellt. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Mittwoch mitteilten, wurde im Zuge der Ermittlungen ein 59 Jahre alter Mann in Frankfurt am Main festgenommen, der sich als Reichsgraf ausgegeben und einen Teil der Fälschungen auf dem Markt angeboten hatte.


Ebenfalls in Haft seien ein 61 Jahre alter Kunsthändler und seine Ehefrau. Der Mann sei der Besitzer des Lagers und mutmaßlicher Drahtzieher. Das Trio sei bereits am vergangenen Mittwoch dem zuständigen Haftrichter in Stuttgart vorgeführt worden, der die Untersuchungshaft angeordnet habe.


Im Zuge der Ermittlungen habe es Polizeiaktionen in Schwerin, Hamburg, Mannheim, im Großraum München und in Magdeburg gegeben. Dabei seien weitere Skulpturen sowie zahlreiche falsche Herkunfts- und Echtheitszertifikate sichergestellt worden.


Den Beschuldigten werden unter anderem banden- und gewerbsmäßiger Betrug sowie Verstöße gegen das Urhebergesetz zur Last gelegt, wie es weiter hieß. Sie stünden im dringenden Verdacht, seit mindestens 2004 teilweise selbst, teilweise unter Einschaltung von Vermittlern gefälschte Giacometti-Skulpturen an Interessenten im In- und Ausland zu Preisen in zweistelliger Millionenhöhe verkauft oder dies versucht zu haben.


Gefälschtes Buch lieferte Geschichte zur Herkunft


Der vermeintliche Reichsgraf sei dabei als Verkäufer aufgetreten. Zum Beweis der Echtheit der Skulpturen habe er von den Beschuldigten selbst gefertigte Echtheitszertifikate sowie ein Buch vorgelegt, in dem eine fantasievolle Legende zur Herkunft der Skulpturen aufgestellt werde: Danach will der 59-Jährige ein Freund des Bruders von Alberto Giacometti, Diego, gewesen sein und die Skulpturen aus dessen vor den Erben Giacomettis geheim gehaltenem Fundus übernommen haben.


Wahrer Autor des Buches und im Hintergrund wirkender Stratege der Verkäufe sei jedoch mutmaßlich der 61-jährige Kunsthändler. Gegen ihn läuft bereits seit vergangenen Jahr wegen des Vorwurfs des Handelns mit gefälschten Skulpturen ein Verfahren, in dessen Verlauf auch das jetzige Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeleitet worden war.


Giacometti lebte in der Zeit von 1901 bis 1966 und war ein Schweizer Bildhauer, Maler und Grafiker der vor allem durch seine Plastiken international berühmt wurde. Sehr bekannt ist die Figur eines schreitenden Mannes, die auch auf der Rückseite der Schweizer 100-Franken-Banknote zu sehen ist.  (© AP)



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