Gewerkschaft kritisiert Lufthansa für geplanten Leiharbeiter-Einsatz
veröffentlicht am 03.01.2012

© Deutsche Lufthansa AG
Das Vorhaben der Deutschen Lufthansa, künftig Leiharbeitskräfte in ihren Flugzeugkabinen einzusetzen, stößt bei den Beschäftigten auf Kritik. "Wir lassen das gerade rechtlich prüfen", sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Dienstag zu Dow Jones Newswires. Ein Gutachten zu dem Thema werde in den nächsten Tagen vorliegen.
Frankfurt - Das Vorhaben der Deutschen Lufthansa, künftig Leiharbeitskräfte in ihren Flugzeugkabinen einzusetzen, stößt bei den Beschäftigten auf Kritik. "Wir lassen das gerade rechtlich prüfen", sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Dienstag zu Dow Jones Newswires. Ein Gutachten zu dem Thema werde in den nächsten Tagen vorliegen. Lufthansa hält die eigenen Pläne dagegen für tarifrechtlich einwandfrei, wie ein Sprecher sagte.
Deutschlands größte Airline hatte Ende 2011 angekündigt, am neuen Großflughafen in Berlin bei den dort 15 geplanten Maschinen aus Kostengründen keine Flugbegleiter des Konzerns mehr zu beschäftigen. Stattdessen sei der Einsatz von Zeitarbeitskräften geplant.
Für ver.di ist diese Entwicklung ein "Kulturbruch", der nicht hingenommen werden soll. Die Arbeitnehmervertreter lehnen den Einsatz von Fremdpersonal kategorisch ab. "Wir wollen keine zwei Klassen von Beschäftigten, die gegeneinander ausgespielt werden", sagte die Sprecherin.
Die Gewerkschaft der Flugbegleiter (UFO) sieht dies ebenso. Die Lufthansa-Beschäftigten seien ihrem Konzern sehr verbunden und würden aufgrund der guten Ausbildung eine hohe Qualität zeigen. Dies könne von Angestellten einer Zeitarbeitsfirma nicht erwartet werden.
Die 200 Mitarbeiter, die ein Personaldienstleister für Lufthansa aussuchen soll, erhalten zwar die gleiche Grundvergütung wie die Mitarbeiter des Konzerns. Bei der Altersversorge, tariflichen Nebenleistungen und Arbeitszeiten gibt es aber Unterschiede.
Um Lufthansa von ihren Plänen abzubringen, haben sich beide Gewerkschaften für die jetzt anstehende Tarifrunde zu einer Gemeinschaft zusammen geschlossen. Sie werden vom 13. Januar an erstmals gemeinsam an einem Tisch mit den Verhandlungsführern der Lufthansa sitzen. UFO und ver.di vertreten zusammen rund 14.000 Beschäftigte in der Kabine.
ver.di zeigt sich überzeugt davon, dass Deutschlands größte Airlines sich besinnt und auch die in Berlin stationierten Maschinen mit eigenem Personal bereedert. Abgesehen von diesem Thema fordern die Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung von 6,1%. Lufthansa hat auf diese Forderung noch nicht reagiert und bislang kein Gegenangebot vorgelegt. (© Dow Jones)




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