Winter lässt Arbeitslosigkeit auf knapp 2,8 Millionen steigen
veröffentlicht am 03.01.2012

© Bundesagentur für Arbeit
Entlassungen und Einstellungsstopps in Außenberufen und im Handel haben die Arbeitslosigkeit im Dezember erwartungsgemäß steigen lassen. Mit einem Plus im Vergleich zum Vormonat um 67.000 auf 2,78 Millionen wurde dennoch der niedrigste Dezember-Wert seit 1991 erreicht, wie der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Dienstag in Nürnberg bekanntgab. Im Gesamtjahr 2011 suchten durchschnittlich 2,976 Millionen Arbeitslose eine neue Stelle - auch dies der niedrigste Stand seit 20 Jahren.
Nürnberg - Entlassungen und Einstellungsstopps in Außenberufen und im Handel haben die Arbeitslosigkeit im Dezember erwartungsgemäß steigen lassen. Mit einem Plus im Vergleich zum Vormonat um 67.000 auf 2,78 Millionen wurde dennoch der niedrigste Dezember-Wert seit 1991 erreicht, wie der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Dienstag in Nürnberg bekanntgab. Im Gesamtjahr 2011 suchten durchschnittlich 2,976 Millionen Arbeitslose eine neue Stelle - auch dies der niedrigste Stand seit 20 Jahren.
Die gute konjunkturelle Entwicklung habe sich weit in das Jahr 2011 hinein gezeigt. "Und davon hat der Arbeitsmarkt profitiert", sagte Weise. Denn der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei einzig jahreszeitlich bedingt: Saisonbereinigt ergab sich im Vergleich zum November ein Rückgang um 22.000.
"Die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt haben sowohl die finanzpolitischen als auch die währungspolitischen Herausforderungen des abgelaufenen Jahres und die Eintrübung der konjunkturellen Entwicklung gut gemeistert", fasste der BA-Chef zusammen. Für die Zukunft blieben diese Risiken allerdings bestehen. Hinzu komme der Bedarf an Fachkräften und der demografische Wandel.
Laut BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker gibt es deutschlandweit einen "sehr, sehr großen Bedarf" an Ingenieuren, Medizinern und ausgebildeten Altenpflegern. Der Umgang mit diesem Fachkräftebedarf werde eine der Hauptherausforderungen im neuen Jahr sein, sagte Weise.
Als besonders erfreulich bezeichnete der BA-Chef, dass von der Erholung am Arbeitsmarkt die Empfänger von Arbeitslosengeld I und von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) profitiert hätten. "Insgesamt ist 2011 das Risiko, arbeitslos zu werden, geringer geworden. Gleichzeitig sind die Chancen gestiegen, Arbeitslosigkeit durch Aufnahme von Beschäftigung zu beenden", resümierte Weise. Dies betreffe auch schwerer vermittelbare Jobsuchende.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten lag nach BA-Hochrechnungen im Oktober bei 29,02 Millionen und damit um 719.000 über dem Vorjahr. Die Vollzeitbeschäftigung legte um 366.000 und die Teilzeitbeschäftigung um 330.000 zu.
Neue Stellen gab es laut BA in allen Bundesländern und in fast allen Branchen. Allerdings, so räumte Weise ein, sei die Qualität der sozialversicherungspflichtigen Jobs nicht immer die, die sich die Betroffenen wünschten. Sie sei auch nicht immer existenzsichernd - etwa durch befristete Verträge, Teilzeit oder einer Anstellung bei einer Zeitarbeitsfirma. "Aber eine Arbeit als Einstieg aus der Arbeitslosigkeit zu haben, ist sicher positiv", sagte Weise.
Für 2012 sieht die Bundesagentur eine nachlassende Dynamik der Konjunktur, Anzeichen für eine Rezession gebe es aber nicht. Entsprechend sollte die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt wieder bei etwas unter drei Millionen liegen.
Schon im Januar sei im Zuge der Winterpause aber von einem Anstieg der Jobsuchenden um etwa 400.000 auf rund 3,2 Millionen auszugehen. Für den Februar erwartet die BA ein weiteres Plus um 50.000 bis 60.000 - abhängig vom Wetter. (© AP)




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