(Update) - Demonstration für Pressefreiheit in Bagdad
veröffentlicht am 14.08.2009

Irakische Journalisten sind am Freitag in Bagdad für mehr Pressefreiheit auf die Straße gegangen. Sie forderten Schutz vor Parteien und Abgeordneten, die eine regierungskritische Berichterstattung zu verhindern versuchten und deshalb Druck auf Medienvertreter ausübten. Journalisten dürften nicht zum Schweigen gebracht werden, erklärten die mehrere Dutzend Demonstranten.
Bagdad - Irakische Journalisten sind am Freitag in Bagdad für mehr Pressefreiheit auf die Straße gegangen. Sie forderten Schutz vor Parteien und Abgeordneten, die eine regierungskritische Berichterstattung zu verhindern versuchten und deshalb Druck auf Medienvertreter ausübten. Journalisten dürften nicht zum Schweigen gebracht werden, erklärten die mehrere Dutzend Demonstranten.
«Wir sind hier, um uns gegen Zensur und Einmischung von seiten der Regierung zu wenden», sagte der Demonstrant Sijad al Chafadschi von der unabhängigen Medienrechtsgruppe JFO. Auch Politiker wie Vizekulturminister Fausi al Atruschi nahmen an der Kundgebung teil. Angesichts des beginnenden Wahlkampfs für die im Januar geplante Parlamentswahl hat sich die Lage für Medienvertreter zuletzt verschärft.
Dem prominenten irakischen Journalisten Ahmed Abdul Hussein wurde für seine Leitartikel über die Verhaftung von fünf Mitgliedern der Präsidentenwache gerade erst von einem schiitischen Politiker eine Klage angedroht. Den Gardisten wird Beteiligung an einem Bankraub vorgeworfen, bei dem acht Sicherheitsleute getötet wurden. Abdul Hussein hatte angedeutet, dass eine Partei den Überfall unterstützt haben könnte. Die fast acht Milliarden Dinar (4,8 Millionen Euro) Beute seien für politische Kampagnen vorgesehen gewesen. Beweise legte der Journalist nicht vor, den Namen der Partei nannte er ebenfalls nicht.
Der irakische Vizepräsident Adel Abdul Mahdi, ranghohes Mitglied der größten schiitischen Partei Oberster Islamischer Rat im Irak (SIIC), hat erklärt, einer der beschuldigten Wächter arbeite für ihn. Die Behörden fanden die Beute im Büro einer Zeitung im Besitz von Abdul Mahdi. Er selbst hat jegliche Beteiligung an dem Überfall von sich gewesen. Der schiitische Abgeordnete und Geistliche Dschalaluddin al Saghir hat Abdul Hussein eine Klage angedroht, wenn er die Leitartikel nicht einstelle. (© AP)




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