Bundespräsidentenwahl: Wulff wollte schnell wieder weg
veröffentlicht am 23.05.2009

Wochenlang hatten sich die Verantwortlichen auf das Großereignis der Bundespräsidentenwahl vorbereitet. Zeitpläne wurden akribisch aufgestellt, alle Beteiligten mehrfach eingewiesen. Trotzdem gab es auch kleine Pannen und Ereignisse, die das Protokoll unmöglich vorhersehen konnte:
Berlin - Wochenlang hatten sich die Verantwortlichen auf das Großereignis der Bundespräsidentenwahl vorbereitet. Zeitpläne wurden akribisch aufgestellt, alle Beteiligten mehrfach eingewiesen. Trotzdem gab es auch kleine Pannen und Ereignisse, die das Protokoll unmöglich vorhersehen konnte:
- Verspätet traf Bundesjustizministerin Brigitte Zypries im Reichstagsgebäude ein. Als die SPD-Politikerin etwas atemlos auf der Fraktionsebene auftauchte, steuerte sie den Tisch an, an dem die blauen Wahlausweise ausgegeben wurden. Der Stand allerdings war schon nicht mehr besetzt. Es war aber noch deutlich vor 12 Uhr, die Ministerin wird die Eröffnung der Bundesversammlung nicht verpasst haben.
- Unmut regte sich bei den Gästen, die auf der Fraktionsebene auf den Ausgang der Wahl warteten. Obwohl der Reichstag bis unters Dach mit Technik vollgestopft ist, vermissten sie Bildschirme, auf denen das Geschehen im Plenarsaal übertragen wurde.
- In Zugzwang war der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Der CDU-Politiker wollte unbedingt am Nachmittag noch seinen Zug bekommen, um rechtzeitig in Wolfsburg zu sein. Dafür musste er aber unbedingt nach dem ersten Wahlgang abreisen. In der Autostadt wurde der Gewinn der deutschen Fußballmeisterschaft durch den VfL Wolfsburg erwartet, Wulff sollte die Meisterschale überreichen.
- Den Zug hätten wohl besser auch zwei Wahlmänner der Freien Wähler aus Bayern genommen. Die beiden waren am Freitag auf ihrem Weg zur Bundesversammlung mit einem Kleinbus in der Nähe von Hof liegengeblieben. Sie stiegen daraufhin in ein Auto um und kamen noch am Freitagabend wohlbehalten in Berlin an.
- Für Verwirrung sorgte einmal mehr Handballlegende und Bundestrainer Heiner Brand. Der schnauzbärtige Kauz ließ bis zum Schluss offen, ob er SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan in der Bundesversammlung unterstützt. «Dazu äußere ich mich nicht», sagte der SPD-Wahlmann kurz vor Beginn der Wahl der AP. «Ich bin als Bundestrainer in einer neutralen Position, deswegen halte ich mich zurück, das habe ich immer so gehalten». Brand war von der SPD in Nordrhein-Westfalen in die Bundesversammlung entsandt worden, hatte aber immer wieder seine Sympathie für Bundespräsident Horst Köhler erkennen lassen. (© AP)




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