Hafen- und Schiffsindustrie im Sog der Wirtschaftskrise

veröffentlicht am 13.08.2009


Trotz erster Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft steckt die deutsche Hafen- und Schiffsindustrie weiter tief im Sog der Krise. Während bei den Wadan-Werften mindestens 1.000 Beschäftigte vor der Entlassung stehen, obwohl am Donnerstag der Verkauf des insolventen Unternehmens an einen russischen Investor beschlossen wurde, wird bei der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss über Investoren spekuliert. Von der Krise schwer getroffen ist auch die Hamburger Hafengesellschaft HHLA.

 

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Hamburg - Trotz erster Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft steckt die deutsche Hafen- und Schiffsindustrie weiter tief im Sog der Krise. Während bei den Wadan-Werften mindestens 1.000 Beschäftigte vor der Entlassung stehen, obwohl am Donnerstag der Verkauf des insolventen Unternehmens an einen russischen Investor beschlossen wurde, wird bei der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss über Investoren spekuliert. Von der Krise schwer getroffen ist auch die Hamburger Hafengesellschaft HHLA.


Immerhin können die Wadan-Werftarbeiter in Wismar und Rostock-Warnemünde nun etwas durchatmen. Für etwa 40 Millionen Euro will der neue russische Investor Igor Jussufow das zahlungsunfähige Unternehmen übernehmen, wie die Insolvenzverwaltung des Schiffbauers mitteilte. Nach Angaben von Ministerpräsident Erwin Sellering sicherte Jussufow in einem Vorvertrag zu, mindestens 1.200 der 2.500 Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern erhalten zu wollen.


Bei einem Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Dimitri Medwedew am Freitag im russischen Sotschi soll über den Verkauf beraten werden. Das letzte Wort in der Sache hat allerdings der Gläubigerausschuss, der am Montag seinen Entschluss bekanntgeben will.


Dagegen ist die Zukunft der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss weiterhin ungewiss. Einem Bericht der Zeitung «Die Welt» zufolge verhandelt der Eigentümer ThyssenKrupp mit dem Scheich Hamdan bin Zajed al-Nahjan aus Abu Dhabi über einen Einstieg bei den Schiffbauern. «Wir wollen dies weder dementieren noch bestätigen», sagte ein ThyssenKrupp-Sprecher am Donnerstag dazu.


Nach Informationen der Zeitung stehen neben Blohm + Voss auch Werften in Emden und Kiel zur Disposition, die zu ThyssenKrupp Marine Systems gehören. Allerdings müsste der Mutterkonzern dann den militärischen und zivilen Schiffbau trennen, denn am Bau von Schiffen für die Marine kann sich nach Gesetzeslage ein ausländischer Investor nicht ohne weiteres beteiligen.


Nicht allein die deutschen Werften leiden nach dem jahrelangen Boom mit sensationellen Zuwachsraten bei Containerfrachtern unter der weltweiten Rezession. «Eindeutige Belege für eine nachhaltige Erholung gibt es derzeit noch nicht», teilte die Hamburger Hafengesellschaft HHLA in ihrer Bilanz für das erste Halbjahr 2009 mit. Der Gewinn brach im Zuge der Wirtschaftskrise um mehr als die Hälfte ein.


Trotz eines starken Einbruchs bei den Umschlag- und Transportmengen sei es gelungen, den Umsatzrückgang in Grenzen zu halten, sagte HHLA-Chef Klaus-Dieter Peters. Als Gründe für die schlechte Bilanz nannte das Unternehmen ein sinkendes Verkehrsaufkommen auf dem Seeweg nach Russland, Polen und den baltischen Staaten um beinahe 50 Prozent. Auch der Fernostverkehr sei um mehr als 30 Prozent zurückgegangen.  (© AP)



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