Wütender Protest bei HRE-Hauptversammlung
veröffentlicht am 13.08.2009

Wütende Proteste bei der Krisenbank Hypo Real Estate: Aufgebrachte Aktionäre haben am Donnerstag auf der HRE-Hauptversammlung in München gegen die Verstaatlichung des Unternehmens protestiert. Einer Aktionärin wurde vor dem Vorstandspodium ein Transparent entrissen, auf dem sie sich gegen die geplante Herausdrängung der Altaktionäre wandte. Auch andere Aktionäre äußerten noch vor Beginn lautstark ihren Unmut.
München - Wütende Proteste bei der Krisenbank Hypo Real Estate: Aufgebrachte Aktionäre haben am Donnerstag auf der HRE-Hauptversammlung in München gegen die Verstaatlichung des Unternehmens protestiert. Einer Aktionärin wurde vor dem Vorstandspodium ein Transparent entrissen, auf dem sie sich gegen die geplante Herausdrängung der Altaktionäre wandte. Auch andere Aktionäre äußerten noch vor Beginn lautstark ihren Unmut.
Neben dem sogenannten Squeeze-Out, der auf einer weiteren Hauptversammlung voraussichtlich im Herbst beschlossen werden soll, kritisierten die Aktionäre vor allem die alte Konzernspitze. Das frühere Management habe die Bank gegen die Wand gefahren und jetzt müssten die Aktionäre «die giftige Suppe auslöffeln», sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.
Der HRE-Vorstandsvorsitzende Axel Wieandt verteidigte die Verstaatlichung der Bank, die sich bereits zu 90 Prozent im Besitz des Bundes befindet. Zu dessen Einstieg habe es «keine realistische Alternative» gegeben, sagte Wieandt. Einige Aktionäre äußerten dagegen die Vermutung, die Bank werde bewusst schlechtgeredet, um die Aktionäre leichter hinausdrängen zu können.
Zahlreiche Kleinanleger und Aktionärsvertreter forderten, den früheren Vorstand und Aufsichtsrat, teilweise auch die beauftragten Wirtschaftsprüfer schadenersatzpflichtig zu machen. Zu diesem Zweck sollte die Hauptversammlung eine Sonderprüfung nach dem Aktienrecht einsetzen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Endres erklärte, dass vier der früheren Vorstandsmitglieder «aus wichtigem Grund» gekündigt worden seien. Die Überprüfungen hätten deutliche Hinweise auf Pflichtverletzungen der früheren Bankorgane ergeben.
Die HRE sieht sich derzeit zahlreichen Klagen von Anlegern mit einem Volumen von mehreren hundert Millionen Euro gegenüber. Diese werfen der Bank vor, das alte Management habe sie ungenügend über die Situation der Bank informiert.
Aktionärsschützerin Bergdolt hielt die geplante Sonderprüfung für nicht ausreichend. Es müsse mehr passieren als nur eine Beruhigungspille zu verteilen. Ein Aktionär argwöhnte, die Prüfung sei «eine ganz elegante Art und Weise, die Dinge unter den Teppich zu kehren». Bergdolt kritisierte auch die Sonderzahlung an Vorstandschef Wieandt in Höhe von 500.000 Euro. Dabei sei eine Lücke im Gesetz genutzt worden, was nicht illegal sei. Etwas mehr Demut wäre jedoch in dieser Situation angemessen gewesen, sagte sie. (© AP)




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