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Mehr wissen: Das Friedrich-Jubiläumsjahr in Brandenburg und Berlin

veröffentlicht am 27.12.2011


Er war schon zu Lebzeiten eine Legende und gilt bis heute als einer der facettenreichsten und widersprüchlichsten Herrscher Europas: Friedrich II., König von Preußen, genannt auch Friedrich der Große oder Alter Fritz. Am 24. Januar 2012 wäre er 300 Jahre alt geworden - Anlass genug für unzählige kulturelle Einrichtungen in Berlin und Brandenburg, das Jahr zum "Friedrich-Jahr" zu erklären.

 

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Potsdam/Berlin - Er war schon zu Lebzeiten eine Legende und gilt bis heute als einer der facettenreichsten und widersprüchlichsten Herrscher Europas: Friedrich II., König von Preußen, genannt auch Friedrich der Große oder Alter Fritz. Am 24. Januar 2012 wäre er 300 Jahre alt geworden - Anlass genug für unzählige kulturelle Einrichtungen in Berlin und Brandenburg, das Jahr zum "Friedrich-Jahr" zu erklären. Im Mittelpunkt steht dabei eine große Sonderausstellung im Neuen Palais im Park Sanssouci.


Die Schau "Friederisiko" in dem von Friedrich selbst geplanten Schloss ist vom 28. April bis zum 28. Oktober zu sehen. Auf 6.000 Quadratmetern zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten das größte und kostspieligste Ausstellungsprojekt dieser Art seit ihrer Gründung vor rund 20 Jahren. Statt eines chronologischen Rundgangs werden den Besuchern zwölf Themenbereiche präsentiert. So beschäftigt sich etwa der Abschnitt "Risiko und Ruhm" mit dem Feldherrn Friedrich, während der Bereich "Tagesgeschäft" den strengen Tagesablauf des Königs darstellt.


Eingeläutet wird das Friedrich-Jahr bereits im Januar. Ab 12. Januar präsentiert der Verein Kulturland Brandenburg in Potsdam ein zwölftägiges "Fest für Friedrich" mit zahlreichen Ausstellungen, Lesungen oder Opernaufführungen. Höhepunkt ist ein öffentliches Geburtstagsfest an verschiedenen Orten in der historischen Innenstadt am 24. Januar, dem eigentlichen Geburtstag des Königs. Am selben Tag findet im Berliner Konzerthaus ein Festakt zu Ehren Friedrichs statt.


Neben der großen Ausstellung im Neuen Palais widmen sich auch zahlreiche andere Brandenburger Museen dem großen Preußenkönig. So zeigt etwa das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam eine Schau über die Kartoffel, deren Anbau von Friedrich entscheidend befördert wurde (20. Juli bis 28. Oktober). Das Potsdam Museum (20. August bis 2. Dezember) beleuchtet Friedrich vor allem als Bauherrn und wie er Potsdam städtebaulich beeinflusst hat. Gezeigt werden unter anderem Handzeichnungen und Entwürfe des Königs. In Schloss Rheinsberg können sich die Besucher auf die Spur Friedrichs als Kronprinz begeben und außerdem etwas über die Wirkungsgeschichte des Königs bis heute erfahren (5. August bis 28. Oktober)


Auch die Staatlichen Museen zu Berlin haben 2012 zum Friedrich-Themenjahr unter dem Titel "Kunst - König - Aufklärung" erklärt. So widmet sich etwa das Münzkabinett im Bode-Museum der nachhaltigen Umgestaltung des Münzwesens durch Friedrich (25. Januar bis 14. Oktober) während das Musikinstrumenten-Museum die Entstehung und Rezeption der Oper Montezuma unter die Lupe nimmt (26. Januar bis 24. Juni). Für das 1755 von Carl Heinrich Graun komponierte Werk hatte Friedrich den Text entworfen.


In der Alten Nationalgalerie werden Werke von Adolph Menzel (1815 - 1905) über das Leben Friedrichs gezeigt. Darunter sind auch die fast 400 Holzstiche, die der junge Menzel zu Franz Kuglers "Geschichte Friedrichs des Großen" schuf (23. März bis 24. Juni). Das Kunstgewerbemuseum im Schloss Köpenick widmet sich dem Porzellan, das für die Schlösser Friedrichs geschaffen wurde und auf deren Gestaltung der König nicht selten Einfluss nahm (15. Juni bis 28. Oktober).


Im Deutschen Historischen Museum wird hingegen das Nachleben Friedrichs beleuchtet (22. März bis 29. Juli). So stieg er etwa im Kaiserreich zum deutschen Nationalidol auf, wurde im Zweiten Weltkrieg als unbeugsamer Schlachtensieger stilisiert und nach 1945 als Kriegstreiber verdammt. Später weckten seine intellektuellen und künstlerischen Qualitäten das öffentliche Interesse.


Der Darstellung Friedrichs im Film widmet sich das Filmmuseum Potsdam mit einer Ausstellung und zeigt über das Jahr verteilt zudem alle rund 40 Kino- und Fernsehfilme, die seit 1910 das Bild des Königs formten (25. Januar 2012 bis 3. März 2013). Der neueste Film über Friedrich, ein Dokudrama mit Katharina und Anna Thalbach, läuft am 7. Januar auf Arte und am 16. Januar im Ersten.


Auch als Bühnenstoff wird Friedrichs Leben verarbeitet. Das Hans Otto Theater präsentiert in Potsdam die Uraufführung von "Fritz! Ein Theaterspiel für den König von Preußen" (11. Januar bis 18. März), während die Uckermärkischen Bühnen Schwedt zur "Himmelfahrt des Alten Fritz" auf das Salonschiff "Kronprinz Neuruppin" laden (17. Februar bis 22. April ). In der Potsdamer Metropolis Halle gibt es zudem das Musical "Friedrich - Mythos und Tragödie" zu sehen (1. bis 30. Juni).  (© AP)



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