Gewinne an Europa-Börsen

veröffentlicht am 22.12.2011


Das vorweihnachtliche Geschäft bescherte den europäischen Börsen am Donnerstag teils deutliche Kursgewinne. Ein Blick auf die Sektoren zeigt, dass die bisherigen Verlierer des Jahres von den Investoren gekauft wurden. Ob die Anleger allerdings auf eine nachhaltige Erholung der eher zyklischen Sektoren wie Grundstoffe und Automobilbau setzen, bleibt abzuwarten.

 

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Frankfurt - Das vorweihnachtliche Geschäft bescherte den europäischen Börsen am Donnerstag teils deutliche Kursgewinne. Ein Blick auf die Sektoren zeigt, dass die bisherigen Verlierer des Jahres von den Investoren gekauft wurden. Ob die Anleger allerdings auf eine nachhaltige Erholung der eher zyklischen Sektoren wie Grundstoffe und Automobilbau setzen, bleibt abzuwarten. Mit der am Mittwoch gesetzten Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank in Höhe von 489 Mrd EUR sollten die Banken über die Mittel verfügen, die Wirtschaft im kommenden Jahr mit Krediten zu versorgen. Der Euro-Stoxx-50 legte um 1,3% oder 29 Punkte auf 2.273,02 zu. Der Stoxx-50 gewann 1,1% oder 25 Punkte auf 2.322.


Die am Nachmittag mitgeteilten US-Konjunkturdaten boten kein einheitliches Bild und konnten somit keine nachhaltigen Kursbewegungen auslösen. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Michigan-Index sowie Frühindikatoren fielen besser aus als erwartet, die dritte Lesung des BIP sowie der FHFA-Hauspreisindex schlechter.


Verlierer des Jahres werden gekauft


Mit der Eurokrise und einer damit einhergehenden Konjunkturabkühlung war 2011 für die Sektoren Rohstoffe, Automobilhersteller und Finanzwerte ein schlechtes Jahr. Kurz vor Jahresende scheinen die Investoren aber gerade in diesen Sektoren zuzugreifen. Nachdem der Rohstoffsektor seit Anfang des Jahres 30% verloren hat, legte der europäische Sub-Index am Donnerstag um 1,6% zu. Die Automobilwerte, mit einem Abschlag von 23% der drittschwächste Sektor seit Jahresstart, zogen um durchschnittlich 0,7% an. Der europäische Bankensektor stellt mit einem Minus von 32% den bisherigen Verlierer 2011, am Berichtstag legte er um knapp 2,0% zu.


Portugal verkauft EDP-Anteil


Portugal hat seine Beteiligung an Energias de Portugal für 2,69 Mrd EUR an den chinesischen Wasserkrafterzeuger Three Gorges Three verkauft. Die Privatisierung von EDP, die eine starke Position im Geschäft mit erneuerbaren Energien hat, ist Teil des Rettungsplans für das Land. Portugal hatte den Verkauf im Zuge der Staatschuldenkrise mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds vereinbart. Neben Three Gorges und E.ON hatten die brasilianischen Unternehmen Eletrobras und Cemig für den Anteil geboten. EDP waren zwischenzeitlich vom Handel ausgesucht und steigerten sich schließlich um 3,7% auf 2,33 EUR.


Steigende Zuckerpreise versüßen Bilanzen


Eine global steigende Nachfrage nach Zucker hat den Preis in den vergangenen Quartalen kontinuierlich steigen lassen. Davon profitieren in Europa die Zuckerproduzenten Südzucker und Agrana. Während die Umsätze von Südzucker in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 12% gestiegen sind, hat das operative Ergebnis einen überproportionalen Sprung von mehr als 40% hingelegt, wie die Analysten von Hauck & Aufhäuser anmerken. Südzucker legten um 2,2% auf 24,55 EUR zu und notieren damit nur knapp unterhalb des Allzeithochs bei 26,18 EUR. Agrana stiegen um 6,4% auf 77,70 EUR.


Lufthansa verkauft Verlustbringer British Midland


Die Deutsche Lufthansa hat ihren Verlustbringer British Midland an die International Airlines Group verkauft. Aus Sicht von Silvia Quandt Research ist der Verkauf an den Wettbewerber klar positiv für die Lufthansa zu werten. Schon im laufenden Jahr würde die Lufthansa den Verlust von bmi nicht mehr in ihrem operativen Ergebnis ausweisen, dieses dürfte daher rund 200 Mio EUR höher ausfallen als bisher veranschlagt. Lufthansa gewannen 1,9% auf 9,19 EUR zu, IAG stiegen um 3,3% auf 149,90 p.  (© Dow Jones)



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