Deutliche Mehrheit der Bürger unterstützt Euro auch in Finanzkrise
veröffentlicht am 16.12.2011

Auch in der Finanzkrise gibt es in der deutschen Bevölkerung eine deutliche Mehrheit für den Euro. Zwar ging die Unterstützung für die europäische Gemeinschaftswährung seit 2008 leicht zurück, doch noch immer sprechen sich fast zwei Drittel der Deutschen für den Euro aus. Das geht aus einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Studie des Brüsseler Zentrums für Europäische Politikstudien (CEPS) hervor, die von der Stiftung Mercator gefördert wurde.
Berlin - Auch in der Finanzkrise gibt es in der deutschen Bevölkerung eine deutliche Mehrheit für den Euro. Zwar ging die Unterstützung für die europäische Gemeinschaftswährung seit 2008 leicht zurück, doch noch immer sprechen sich fast zwei Drittel der Deutschen für den Euro aus. Das geht aus einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Studie des Brüsseler Zentrums für Europäische Politikstudien (CEPS) hervor, die von der Stiftung Mercator gefördert wurde.
In der Untersuchung wurden Umfragedaten der europäischen Statistikbehörde Eurostat ausgewertet. Demnach spricht sich schon seit 1998 ein Großteil der deutschen Bevölkerung für den Euro aus. Seit der Einführung als Bargeld im Jahr 2002 ist die Unterstützung besonders deutlich: Zwischen 60 und 75 Prozent der Bürger befürworten die europäische Währung.
Die Unterstützung für den Euro ist laut Studie deutlich höher als das Vertrauen in die Europäische Union und deren Institutionen wie Parlament oder Kommission. Auch habe die Zustimmung zu der Währung deutlich weniger unter der Finanzkrise gelitten als das Vertrauen in die europäischen Institutionen.
Studienautor Felix Roth kritisierte bei der Vorstellung die Arbeit des Allensbacher Institut für Demoskopie. Das Meinungsforschungsinstitut hatte in diesem Jahr mehrmals ein großes Misstrauen in den Euro ermittelt. Dazu konnten die Befragten zwischen den Antworten "großes", "weniger" oder "kaum, kein Vertrauen" wählen.
Nach Ansicht von Roth hätte das Institut die Werte für "weniger Vertrauen" nicht zu denen für "kaum, kein Vertrauen" addieren dürfen. "Das ist dann plötzlich Misstrauen", sagte Roth. Hätte man anders gerechnet, wären die Ergebnisse deutlich anders ausgefallen. Auch könne man die Ergebnisse nicht mit Werten von vor 20 Jahren vergleichen, weil die Befragten damals auch noch ein "sehr großes Vertrauen" in den Euro angeben konnten.
Das Allensbacher Institut wies die Vorwürfe zurück. "Ich halte das für kleinlich", sagte Thomas Petersen, der im Januar die Ergebnisse in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht hatte. Er bestätigte, dass sich die Antwortmöglichkeiten geändert hätten - allerdings nur, "weil das sowieso niemand gewählt hat". An den Ergebnissen habe die Umstellung nichts geändert. (© AP)




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