DEVISEN/Euro erholt sich nicht
veröffentlicht am 15.12.2011

Kaum zum Dollar verändert und damit weiter auf dem niedrigsten Stand seit rund einem Jahr geht der Euro aus dem Donnerstag. Am frühen Abend kostet die Gemeinschaftswährung 1,2996 USD nach 1,2991 USD am Morgen. "Ohne Aussicht auf eine baldige Lösung, die den Anstieg der Refinanzierungskosten für Italien und Spanien stoppen kann, dürfte der Euro seinen Weg in Richtung des Januar-Tiefs von 1,2860 USD fortsetzen", sagte Thu Lan Nguyen, Devisenanalystin bei der Commerzbank.
Frankfurt - Kaum zum Dollar verändert und damit weiter auf dem niedrigsten Stand seit rund einem Jahr geht der Euro aus dem Donnerstag. Am frühen Abend kostet die Gemeinschaftswährung 1,2996 USD nach 1,2991 USD am Morgen. "Ohne Aussicht auf eine baldige Lösung, die den Anstieg der Refinanzierungskosten für Italien und Spanien stoppen kann, dürfte der Euro seinen Weg in Richtung des Januar-Tiefs von 1,2860 USD fortsetzen", sagte Thu Lan Nguyen, Devisenanalystin bei der Commerzbank. Auch die Drohung der Herabstufung der Kreditwürdigkeit von 15 der 17 Mitglieder des Euroraums durch Standard & Poor's schwebt weiter wie ein Damoklesschwert über der Gemeinschaftswährung.
Nur kurz hat somit die ordentliche Nachfrage nach spanischen Staatsanleihen am Vormittag die Stimmung aufgehellt. Die Iberer nahmen mehr als 6 Mrd EUR an den Kapitalmärkten auf - doppelt so viel wie geplant. Auch die Serie guter US-Konjunkturdaten am Nachmittag verpuffte. In der größten Volkswirtschaft der Welt ist die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung überraschend binnen Wochenfrist um 19.000 auf den niedrigsten Stand seit Mai 2008 gesunken. Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg um 9.000 erwartet.
Der Empire-State-Manufacturing-Index legte im Dezember auf plus 9,53 von plus 0,61 Punkten im Vormonat zu. Hier lautete der Ökonomenkonsens lediglich auf plus 3,0 Punkte. Der Indikator misst die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe der Region New York. Auch das Pendant aus Philadelphia stieg im Dezember unerwartet deutlich auf plus 10,3 von plus 3,6 Punkten im November. Volkswirte rechneten nur mit plus 5,0 Punkten. Beide Kennziffern gelten als gute Vorläufer des landesweiten ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe, Ökonomen messen dem Indikator aus Philadelphia wegen seiner geringeren Volatilität aber die größere Bedeutung bei.
Eine vergleichsweise kräftige Bewegung gab es hingegen beim Schweizer Franken. Er zog zum Euro an, nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) das Wechselkursziel zur Gemeinschaftswährung von 1,20 CHF bestätigte. Im mittwöchlichen späten Geschäft in Europa und vor allem im asiatisch geprägten Devisenhandel am Donnerstag ließen Spekulation auf eine Anhebung des angestrebten Umtauschsatzes auf 1,25 CHF die schweizerische Landeswährung zuvor bis auf knapp 1,24 CHF zum Euro abwerten.
"Wir hatten es schon im Vorfeld für unwahrscheinlich gehalten, dass die SNB eine Anhebung des Wechselkursziels im Rahmen einer regulären geldpolitischen Sitzung bekannt geben wird", sagte Thu Lan Nguyen. Auch fundamental hätten die Währungshüter angesichts des "Sicherheitsabstands" des Wechselkurses zum angestrebten Umtauschsatz noch keinen Grund, an dieser Stellschraube zu drehen. Die Grenze funktioniere auch daher sehr gut, da Einigkeit darüber herrsche, dass der Franken überbewertet sei. "Erst wenn die Lage im Euroraum weiter eskaliert und die Risikoaversion der Anleger abermals steigt, wird diese Einschätzung in den Hintergrund treten und die SNB gezwungen sein, das Wechselkursziel tatsächlich zu verteidigen", erklärte sie.
Die Feinunze Gold kostete zum Londoner Nachmittag-Fixing 1.574,00 USD nach 1.590,00 USD am Vormittag. (© Dow Jones)




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