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WSJ: Anklagen in Frankfurt wg Geldwäsche für russischen Ex-Minister

veröffentlicht am 14.12.2011


Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat nach sechsjährigen Ermittlungen Anklage gegen 5 Personen wegen Geldwäsche erhoben, darunter ehemalige und aktive Commerzbank-Mitarbeiter. Sie sollen 150 Mio USD für einen früheren russischen Telekomminister gewaschen haben. Dabei handelt es sich um eines der bedeutendsten Ermittlungsverfahrens gegen einen Vertreter des russischen Staates außerhalb Russlands.

 

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Frankfurt - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat nach sechsjährigen Ermittlungen Anklage gegen 5 Personen wegen Geldwäsche erhoben, darunter ehemalige und aktive Commerzbank-Mitarbeiter. Sie sollen 150 Mio USD für einen früheren russischen Telekomminister gewaschen haben. Dabei handelt es sich um eines der bedeutendsten Ermittlungsverfahrens gegen einen Vertreter des russischen Staates außerhalb Russlands.


Grundlage der Untersuchungen war der Verdacht, dass die Banker sowie ein dänischer Anwalt dem russischen Ex-Minister Leonid Reiman dabei geholfen haben, Beteiligungen im Telekom-Sektor zu verkaufen. Die wahren Besitzverhältnisse sollen dabei verschleiert worden sein, tatsächlich sollen die Beteiligungen Reiman über Offshore-Gesellschaften gehört haben.


Zwischen 1996 und 2001 hatte die Commerzbank die Telekom-Beteiligungen als Treuhänder für den dänischen Anwalt Jeffrey Galmond gehalten. Die Ermittler gehen davon aus, dass Galmond als Strohmann für Reiman agierte. Reiman wiederum soll die Beteiligungen aus russischem Staatsbesitz in ausländische und von ihm kontrollierte Unternehmen transferiert haben.


Galmond hat wiederholt den Verdacht der Geldwäsche zurückgewiesen und betont, er sei rechtmäßiger Besitzer der Telekom-Anteile. Aktuell wollte er keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen.


Reiman, der für einen Kommentar nicht erreicht werden konnte, gilt als langjähriger Freund des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin. Zwischen 1999 und 2008 war er russischer Minister für Telekommunikation und damit für die Branche zuständig, in der er angeblich selbst Beteiligungen besaß.


Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag von weiter parallel laufenden Ermittlungen gegen Reiman berichtet. Der hatte mehrfach den Verdacht von Geldwäsche abgestritten und gesagt, er sei nicht der Besitzer der im Mittelpunkt der Ermittlungen stehenden Unternehmensanteile.


2006 hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den damaligen Commerzbank-Vorsitzenden Klaus-Peter Müller eingestellt, da es keinerlei Hinweise auf strafbare Handlungen gegeben habe. Müller hatte das Osteuropa-Geschäft der Commerzbank von 1996 bis 1999 geleitet. Nach Angaben der Bank hatte er sich wegen der damaligen Wirtschaftskrise nur in geringem Umfang um das Russland-Geschäft kümmern können.


Von den angeklagten ehemaligen bzw aktiven Commerzbank-Mitarbeitern reagierte keiner auf die Bitte nach einer Stellungnahme. Auch die Bank wollte sich zu der Anklage nicht äußern. Sie betonte aber, dass die Unterbindung von Geldwäsche Priorität für die Commerzbank habe.  (© Dow Jones)



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