Die Massenimpfung rückt näher
veröffentlicht am 06.08.2009

Zu Eindämmung der Schweinegrippe sollen in Deutschland ab September Millionen Menschen geimpft werden. Im folgenden wichtige Fragen und Antworten zu dem Thema:
Berlin - Zu Eindämmung der Schweinegrippe sollen in Deutschland ab September Millionen Menschen geimpft werden. Im folgenden wichtige Fragen und Antworten zu dem Thema:
Wer wird geimpft?
Die Behörden wollen in einem ersten Schritt Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern impfen sowie Feuerwehrleute, Polizisten und Justizvollzugs-Beamte. Das soll im Fall von Massen-Infektionen die medizinische Versorgung und die öffentliche Sicherheit sicherstellen. Geimpft werden sollen auch Risikogruppen wie Schwangere sowie chronisch Kranke, also etwa Asthmatiker, Diabetiker und auch Fettleibige.
Als weiteres Ziel hat das Gesundheitsministerium ausgegeben, dass jeder, der geimpft werden will, auch geimpft werden kann. Der Staat hat über Verträge mit zwei Herstellern sichergestellt, dass die gesamte Bevölkerung im Notfall versorgt werden kann. Impfungen sind in Deutschland grundsätzlich freiwillig, eine Impfpflicht ist also nicht geplant.
Wann wird geimpft?
Die Bundesländer haben schon rund 50 Millionen Dosen Impfstoff bestellt, der allerdings noch zugelassen werden muss und erst im Herbst geliefert wird. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts dürfte es im September losgehen, rechtzeitig vor Beginn der üblichen Grippesaison im Herbst und Winter. Geplant sind zwei Impfungen pro Person im Abstand von zwei Wochen, um eine gute Wirkung zu erzielen. Geschützt werden können also zunächst 30 Prozent der Bevölkerung.
Wo wird geimpft?
Das dürfte sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Die Risikogruppen, die höher gefährdet sind, werden darüber informiert, wo sie geimpft werden können. Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie bei Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug werden in der Regel am Arbeitsplatz geimpft.
Was kostet das und wer bezahlt?
Die Kosten in Deutschland werden mit 500 bis 550 Millionen Euro veranschlagt. Nach Auffassung der Bundesregierung sollen die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten bezahlen.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Die Schweinegrippen-Impfung kann stärkere Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung. Darauf weist der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, hin. Grund ist, dass in dem neuen Impfstoff die Wirkstoffmenge pro Dosis drastisch verringert wird und zugleich beigemischte Verstärkersubstanzen die Wirkung künstlich erhöhen sollen. Nur so ist es laut Löwer möglich, sehr viel mehr Impfstoff-Portionen herzustellen als üblich. Die beigemischten Verstärker (Adjuvanzen) können jedoch unerwünschte Nebeneffekte auslösen. Geimpfte müssen mit Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle rechnen sowie teilweise mit mehrtägigen Kopf- und Gliederschmerzen.
Ist die Impfung für Schwangere zu empfehlen?
Nach der aktuellen Datenlage sind Schwangere von der Schweinegrippe besonders gefährdet, sie führt bei ihnen zu schweren Erkrankungen, Komplikationen und auch auffällig vielen Todesfällen. Daher werden sie bei den aktuellen Planungen berücksichtigt.
Was tun bis zur Impfung?
Aus Sicht von Experten bietet banale Alltagshygiene bereits relativ viel Schutz: häufiges Händewaschen, Niesen in die Ellenbeuge oder in ein Einmaltaschentuch, das sofort weggeworfen wird. Große Menschenansammlungen oder engen Kontakt zu Infizierten sollte man meiden. Die Behörden haben bis zum Start der Impfungen vor allem ein Ziel: Die Fallzahlen und damit auch die Zahl der schweren Erkrankungen oder Todesfälle so gering wie möglich zu halten. (© AP)




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