Gewerkschaft verurteilt Kündigungen bei russischem Verlag als Zensur
veröffentlicht am 13.12.2011

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Offenbar wegen ihrer kritischen Berichterstattung über die Parlamentswahl in Russland sind ein Redakteur und ein leitender Direktor einer russischen Medien-Holding entlassen worden. Dem Redakteur der Wochenzeitung "Kommersant Wlast", Maxim Kowalski, und dem Manager der ZAO Kommersant-Holding, Andrej Galijew, sei gekündigt worden, hieß es auf einer Internetseite des Unternehmens. Die Russische Journalistenunion verurteilte die Entlassungen als Zensur.
Moskau - Offenbar wegen ihrer kritischen Berichterstattung über die Parlamentswahl in Russland sind ein Redakteur und ein leitender Direktor einer russischen Medien-Holding entlassen worden. Dem Redakteur der Wochenzeitung "Kommersant Wlast", Maxim Kowalski, und dem Manager der ZAO Kommersant-Holding, Andrej Galijew, sei gekündigt worden, hieß es auf einer Internetseite des Unternehmens. Die Russische Journalistenunion verurteilte die Entlassungen als Zensur.
Der Eigentümer der Holding, Alischer Usmanow, einer der reichsten Männer Russlands, erklärte am Dienstag, seine ehemaligen Angestellten hätten sich "moralischer Verfehlungen" schuldig gemacht. Die jüngsten Berichte in "Kommersant Wlast" hätten an "Rabaukentum" gegrenzt. Einzelheiten nannte er nicht.
Wie andere unabhängige russische Medien berichtete auch "Kommersant Wlast" über mutmaßlichen Wahlbetrug bei der Parlamentswahl am 4. Dezember und die Kritik an Ministerpräsident Wladimir Putin. Der Holding gehören auch die Tageszeitung "Kommersant" und andere Medien.
Kowalski sagte dem Radiosender Echo Moskwi, er sei wegen der Veröffentlichung eines Fotos entlassen worden, das einen Stimmzettel mit gegen Putin gerichteten Schimpfwörtern zeigte. Er habe gewusst, dass er damit den Ärger des Eigentümers erregen werde, sich aber dennoch für die Veröffentlichung entschieden. "Wir dienen den Lesern, nicht des Chefs", sagte Kowalski.
Die Geschäftsführerin der Russischen Journalistenunion bezeichnete die Entlassung der beiden Beschäftigten als Zensur. "Wir sind schockiert. Das ist ein eindeutiges Beispiel von Zensur durch den Eigentümer, einen russischen Oligarch, der gerade einen Manager und einen Redakteur von 'Kommersant Wlast' rausgeschmissen hat", sagte Nadeschda Aschgihina der Nachrichtenagentur AP. (© AP)




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