Brüssel prüft mögliche Wettbewerbsverzerrungen bei E-Buch-Verkäufen

veröffentlicht am 06.12.2011


Die EU-Kommission befürchtet, dass Millionen europäischer Verbraucher wegen unzulässiger Praktiken im E-Buch-Bereich zu hohe Preise gezahlt haben und nimmt deshalb das Geschäft von Apple und fünf großen Verlagen unter die Lupe. Die Einleitung eines entsprechenden Kartellverfahrens gab die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel bekannt.

 

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Brüssel - Die EU-Kommission befürchtet, dass Millionen europäischer Verbraucher wegen unzulässiger Praktiken im E-Buch-Bereich zu hohe Preise gezahlt haben und nimmt deshalb das Geschäft von Apple und fünf großen Verlagen unter die Lupe. Die Einleitung eines entsprechenden Kartellverfahrens gab die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel bekannt.


Insgesamt sind neben dem US-Konzern Apple fünf Verlage von der Untersuchung betroffen: Dies sind neben der deutschen Holtzbrinck-Gruppe die US-Verlage Harper Collins und Simon & Schuster, dessen französischer Wettbewerber Hachette Livre sowie der zu Pearson gehörende britische Penguin-Verlag.


Es geht um den Verdacht, dass der Apple-Konzern, um im Wettbewerb mit dem Marktführer Amazon und dessen Kindle in eine bessere Position zu kommen, den Verlagen seit 2010 mit dem Start seines iBookstores ein für sie erheblich attraktiveres Preisfindungsmodell angeboten haben soll. Apple ermöglichte den Verlagen die Anwendung sogenannter "agency-agreements", bei denen die Verlage den Preis festlegen, zu dem Internetbuchhändler ihre Inhalte an die Endkunden verkaufen. Bis dahin hatten die Internetbuchhändler diese vor dem Hintergrund ihrer Einkaufspreise selbst festgelegt. Andere Anbieter folgten schließlich dem Agentur-Modell, wohl um nicht die Rechte am Verkauf populärer Bücher zu verlieren.


"Die Kommission hat Bedenken, dass diese Verhaltensweisen gegen die Kartellvorschriften der EU verstoßen könnten, wonach Kartelle und wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen verboten sind", erklärte die Kommission. Auch Verträge mit Einzelhändlern will sich Brüssel genauer anschauen. Der Ausgang der Prüfung sei aber noch offen, hieß es.


Bereits im März hatten Ermittler die Büros mehrerer Verlage durchsucht. Auch die britische Wettbewerbsbehörde hatte ermittelt, will nach Angaben der Kommission nun aber erst einmal Brüssel das Feld überlassen.


Apple und Hachette Livre wollte die Einleitung des Kartellverfahrens am Dienstag nicht kommentieren. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck bestätigte die Einleitung der Untersuchung, wies die Vorwürfe jedoch zurück. "Die Verlagsgruppe hält die Vorwürfe für unbegründet", hieß es in einer Stellungnahme.


Auch der Pearson Konzern, dessen Penguin-Verlag von den Untersuchungen betroffen ist, zeigte sich überzeugt, sich keines Rechtsbruches schuldig gemacht zu haben. Er kündigte wie HarperCollins und Simon & Schuster an, weiter mit Brüssel zu kooperieren.  (© AP)



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