Tausende demonstrieren gegen Afghanistan-Krieg
veröffentlicht am 03.12.2011

Tausende Demonstranten haben zwei Tage vor Beginn der internationalen Afghanistan-Konferenz am Montag in Bonn ein Ende aller Kampfhandlungen am Hindukusch gefordert. Nach Schätzungen der Veranstalter gingen am Samstag rund 5.000 Menschen in der Bonner Innenstadt gegen den Krieg in Afghanistan auf die Straße. Die Proteste verliefen laut Polizei weitgehend friedlich.
Bonn - Tausende Demonstranten haben zwei Tage vor Beginn der internationalen Afghanistan-Konferenz am Montag in Bonn ein Ende aller Kampfhandlungen am Hindukusch gefordert. Nach Schätzungen der Veranstalter gingen am Samstag rund 5.000 Menschen in der Bonner Innenstadt gegen den Krieg in Afghanistan auf die Straße. Die Proteste verliefen laut Polizei weitgehend friedlich.
Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele wurde während der Bonner Demonstration von einem Ei am Kopf getroffen worden. Der Bundestagsabgeordnete konnte seine Rede bei der Abschlusskundgebung wegen des Eierwurfs nur mit Verzögerung beginnen. Der Werfer konnte nach Polizeiangaben bisher nicht ermittelt werden.
Während Ströbeles Rede skandierten linke Demonstranten Sprechchöre gegen die Grünen. 2001 hatte die damalige rot-grüne Bundesregierung deutsche Soldaten in den Afghanistan-Einsatz geschickt.
Ströbele, geschützt von den Organisatoren des Protestbündnisses, berichtete anschließend von seinem letzten Afghanistan-Besuch und forderte die schwarz-gelbe Bundesregierung auf, die Erwartungen und Hoffnungen der afghanischen Bevölkerung "nicht zu enttäuschen". Der Friedensprozess müsse über den Dialog und zivile Hilfe vorangetrieben werden, sagte der Grüne.
Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, warf der Bundesregierung vor, die Bevölkerung daran gewöhnen zu wollen, dass "Krieg ein normales Mittel der Politik ist". Dabei sei der Krieg eine Katastrophe für das Land. Gysi berief sich in seiner Rede auf einen aktuellen UNO-Bericht, demzufolge sich die Lebensumstände der afghanischen Bevölkerung seit Beginn des Krieges drastisch verschlechtert hätten. Heute würden 42 Prozent der Bevölkerung in Armut leben, vor zehn Jahren seien es 33 Prozent gewesen.
Aufgerufen zu den Protesten hatten unter anderem das Netzwerk Friedensinitiative, die Linkspartei und Attac. Unter dem Motto "Sie reden von Frieden - sie führen Krieg - Truppen raus aus Afghanistan" forderten die Demonstranten den Abzug der stationierten Soldaten, einen Waffenstillstand und den Dialog mit allen Konfliktpartnern.
In der Abschlusserklärung der Veranstalter heißt es: "Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung sind in Afghanistan nur ohne Besetzung durch fremde Truppen und deren Förderung von Warlords und autoritären Strukturen möglich." (© AP)




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