Viele ältere Anleger laut Studie von Lehman-Pleite betroffen
veröffentlicht am 04.08.2009

Vom Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers waren laut Deutscher Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) besonders viele ältere Anleger betroffen. Das Durchschnittsalter liege bei 60 plus, berichtete die DSW am Dienstag nach einer Auswertung von rund 800 Einzelfällen aus den Reihen ihrer Mitglieder. Teilweise seien die Geschädigten auch 75 und älter gewesen.
Düsseldorf - Vom Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers waren laut Deutscher Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) besonders viele ältere Anleger betroffen. Das Durchschnittsalter liege bei 60 plus, berichtete die DSW am Dienstag nach einer Auswertung von rund 800 Einzelfällen aus den Reihen ihrer Mitglieder. Teilweise seien die Geschädigten auch 75 und älter gewesen. Der Großteil der Betroffenen hat den Angaben zufolge einen Betrag zwischen 10.000 und 24.000 Euro in die heute wertlosen Papiere investiert.
Die Gesamtzahl der Fälle verteilt sich laut DSW zu 46 Prozent auf die Citibank, danach folgen unter anderem die Dresdner Bank/Commerzbank und die Sparkassen. Trotz der Individualität der Fälle lassen sich der Analyse zufolge Parallelen bei der Falschberatung feststellen. So hieß es laut DSW sehr oft, die Zertifikate seien zu 100 Prozent sicher, schlimmstenfalls würde keine Zinszahlung, sondern nur die Rückzahlung des eingesetzten Betrages erfolgen. Druck sollen Bankberater in gezielten Anrufe außerdem über die Aussage gemacht haben, dass nur noch eine geringe Menge des Produkts verfügbar wäre oder das Zertifikat nur noch wenige Tage zu haben sei.
Die belastbare Gesamtschadenshöhe wie auch eine Summe aller Betroffenen gibt es laut DSW auch fast ein Jahr nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank noch nicht. Schätzungen zufolgte sollen bis zu 50.000 Anleger auf einen Schlag ihren kompletten Einsatz verloren haben.
Die Citibank hat nach Angaben der Verbraucherschutzentrale Nordrhein-Westfalen bislang mehr als 1.500 Besitzern wertloser Lehman-Zertifikate Entschädigungsangebote gemacht. Das Geldinstitut stellt dafür nach eigenen Angaben rund 27 Millionen Euro bereit. Einige Lehman-Anleger haben bereits Ausgleichzahlungen erhalten. So hatte die Hamburger Sparkasse (Haspa) bis März freiwillig rund 9,5 Millionen Euro an etwa 1.000 Käufer der inzwischen wertlosen Zertifikate gezahlt. (© AP)




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