Deutscher Export trotzt der Eurokrise

veröffentlicht am 29.11.2011


Die deutsche Exportwirtschaft erwartet ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten auch im kommenden Jahr Zuwächse. Bei den Ausfuhren rechnet der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) für 2012 mit einem Plus von mindestens sechs Prozent auf 1.139 Milliarden Euro. Damit liege Deutschland "absolut im langjährigen Mittel", sagte BGA-Präsident Anton Börner am Dienstag in Berlin.

 

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Berlin - Die deutsche Exportwirtschaft erwartet ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten auch im kommenden Jahr Zuwächse. Bei den Ausfuhren rechnet der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) für 2012 mit einem Plus von mindestens sechs Prozent auf 1.139 Milliarden Euro. Damit liege Deutschland "absolut im langjährigen Mittel", sagte BGA-Präsident Anton Börner am Dienstag in Berlin. Gleichzeitig erwarte der Verband eine Steigerung der Importe um sieben Prozent auf 983 Milliarden Euro.


Nach dem Boomjahr 2011 trübt sich damit das enorme Wachstum laut der Prognose allerdings wegen der schwächelnden Weltkonjunktur leicht ein: Im laufenden Jahr würden die Exporte mit einem nominalen Plus von zwölf Prozent auf 1.075 Milliarden Euro zum ersten Mal die Eine-Billion-Euro-Marke überschreiten. Noch kräftiger sollen die Importe steigen: um 14 Prozent auf 919 Milliarden Euro.


Vor allem die Exporte in Länder außerhalb der EU wiesen eine besondere Dynamik aus: So würden die Ausfuhren nach Russland in diesem Jahr um 35 Prozent, nach China um knapp 25 Prozent zulegen. Im ersten Halbjahr 2011 habe das Exportvolumen nach China 31,6 Milliarden Euro und nach Russland 15,8 Milliarden Euro betragen, teilte der BGA auf dapd-Anfrage mit.


Der wichtigste Handelspartner sei jedoch weiter Frankreich. In der ersten Jahreshälfte habe das Exportvolumen ins Nachbarland bei 51 Milliarden Euro gelegen und damit 9,5 Prozent des gesamten deutschen Außenhandelsvolumens ausgemacht. Das zweitwichtigste Ausfuhrziel blieben die USA mit 35,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr, gefolgt von den Niederlanden mit 35 Milliarden Euro.


Neben der Vorstellung des Außenhandelsberichts äußerte sich BGA-Chef Börner auch zur europäischen Staatsschuldenkrise. Griechenland und Portugal empfahl er einen Austritt aus der Eurozone. Damit wäre Griechenland in vielen Sektoren wieder wettbewerbsfähig und könnte auf dieser Basis starten, Überschüsse zu erwirtschaften. Bereits in der Vergangenheit hatte Börner angedeutet, dass er einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion für undramatisch hält.


Mit Blick auf Italien appellierte Börner an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), hart zu bleiben. Das Land sei nun selbst am Zug und müsse liefern. "Falls die italienische Gesellschaft nicht willens ist, das zu tun - und das werden wir in den nächsten zwölf Monaten sehen - empfehle ich auch Italien, aus der Eurozone heraus zu gehen."  (© AP)



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