Wulff lobt Bangladesch als "Vorbild" für arabischen Frühling
veröffentlicht am 29.11.2011

Bundespräsident Christian Wulff sieht im muslimischen Bangladesch ein "Vorbild" für die Länder des arabischen Frühlings. An dem "friedlichen Miteinander der Religionsgemeinschaften" in dem demokratischen Land könnten sich die Staaten Nordafrikas ein "Beispiel" nehmen, lobte Wulff am Dienstag bei seinem Staatsbesuch die asiatischen Gastgeber. In einer Rede vor Studenten in der Hauptstadt Dhaka äußerte sich Wulff zudem erneut bestürzt über die Neonazi-Mordserie in Deutschland.
Dhaka - Bundespräsident Christian Wulff sieht im muslimischen Bangladesch ein "Vorbild" für die Länder des arabischen Frühlings. An dem "friedlichen Miteinander der Religionsgemeinschaften" in dem demokratischen Land könnten sich die Staaten Nordafrikas ein "Beispiel" nehmen, lobte Wulff am Dienstag bei seinem Staatsbesuch die asiatischen Gastgeber. In einer Rede vor Studenten in der Hauptstadt Dhaka äußerte sich Wulff zudem erneut bestürzt über die Neonazi-Mordserie in Deutschland.
Der Bundespräsident versicherte: "Wir werden Gewalt gegen Menschen in unserem Land nicht hinnehmen." Deutschland sei ein "weltoffenes Land". Dass in seiner Heimat "Rechtsextreme fortgesetzt Menschen ermordet haben", habe ihn "empört und bedrückt". In der Bundesrepublik werde aber nun ein "Umdenken" einsetzen, um Vorurteile, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit abzubauen.
Auf der Asienreise des Bundespräsidenten wurde derweil bekannt, dass ihn der türkische Staatspräsident Abdullah Gül angerufen hat. Bei dem Telefonat habe Wulff versichert, "dass er die Leistungen der Mordopfer würdigen will, die sich als Mitbürger aktiv in die deutsche Gesellschaft eingebracht hatten", hieß es weiter. Den Angehörigen der Opfer sei großes Leid zugefügt worden, da sie "neben dem schrecklichen persönlichen Verlust auch noch Verdächtigungen ausgesetzt waren". Der Bundespräsident habe seinem türkischen Amtskollegen zugesagt, dass die deutsche Politik aus den Ermittlungsfehlern Konsequenzen ziehen werde.
In seiner Rede an der Hochschule von Dhaka, in der er mit Musik und Tanz empfangen wurde, betonte Wulff: "In Bangladesch fühlen sich Fremde zu Hause." Der Bundespräsident äußerte zudem seinen "großen Respekt" vor der "gedeihlichen Entwicklung", die das asiatische Land mit derzeitigen Wachstumsraten von rund sechs Prozent trotz Überbevölkerung und Naturkatastrophen genommen habe. "Mental könnte Bangladesch der Nachbar von Deutschland sein", lobte Wulff.
Die Frauen in Bangladesch seien allerdings "noch in vielen Lebensbereichen benachteiligt". Außerdem müssten Infrastruktur, Energieversorgung und der Verwaltung“ reformiert werden. Die Zukunft des Landes, in dem mehr als ein Drittel der Bevölkerung nicht älter als 14 Jahre ist, liege nun in den Händen der jungen Generation.
Wulff besichtigte in der 15-Millionen-Stadt Dhaka außerdem das Bangabandhu Memorial, das an Sheikh Mujibur Rahman erinnert. Der Anführer der Bewegung für die Unabhängigkeit von Pakistan und erste Staatspräsident Bangladeschs war am 15. August 1975 bei einem Attentat in seinem Haus getötet worden. Die gesamte Familie kam ums Leben bis auf zwei Töchter, die sich damals in Deutschland aufhielten. Eine der beiden ist Ministerpräsidentin Scheikh Hasina Wajed, mit der der Bundespräsident nach dem Museumsbesuch zu einem politischen Gespräch zusammenkam. Am Abend traf Wulff auch Staatspräsident Zillur Rahman und Oppositionsführerin Khaleda Zia. Am Mittwoch reist er nach Indonesien weiter. (© AP)




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