Weil wird Spitzenkandidat der SPD Niedersachsen für Landtagswahl
veröffentlicht am 27.11.2011

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil zieht als Spitzenkandidat der SPD in den niedersächsischen Landtagswahlkampf. In einem Mitgliederentscheid sprach sich am Sonntag die Mehrheit der 65.000 SPD-Mitglieder in Niedersachsen für den 52-Jährigen als Herausforderer von Amtsinhaber David McAllister (CDU) aus. Weil erhielt nach der Auszählung in den neun Zählstellen 53,3 Prozent der Stimmen.
Hannover - Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil zieht als Spitzenkandidat der SPD in den niedersächsischen Landtagswahlkampf. In einem Mitgliederentscheid sprach sich am Sonntag die Mehrheit der 65.000 SPD-Mitglieder in Niedersachsen für den 52-Jährigen als Herausforderer von Amtsinhaber David McAllister (CDU) aus. Weil erhielt nach der Auszählung in den neun Zählstellen 53,3 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent, Landeschef Olaf Lies, kam auf 46,1 Prozent.
Weil rief die Partei nach seinem Sieg bei dem innerparteilichen Wettkampf zu Geschlossenheit auf. "Jetzt geht's los, Genossen", rief er seinen jubelnden Anhängern im Kurt-Schumacher-Haus in Hannover zu. Ab Montag werde sich die SPD nicht mehr "mit sich selber beschäftigen" sondern mit dem politischen Gegner, machte er klar. Tiefergehende politische Ansagen vermied Weil jedoch: "Ich habe jetzt eigentlich keine Lust auf tiefgründige Analysen. Ich habe Durst", sagte er und hob sein Bier.
Lies wiederum zeigte sich nach seiner Niederlage nur leicht enttäuscht. "Ich gebe natürlich zu, dass ich gerne gewonnen hätte", sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Er werde die knappe Niederlage nun erst einmal verarbeiten müssen. Klar sei aber, dass die SPD einen guten Spitzenkandidaten habe, mit dem 2013 die Wahl gewonnen werden könne.
Den Rückzug vom Landesvorsitz, den Lies im Falle einer Niederlage angekündigt hatte, lies er am Sonntagabend noch offen. Am Montagvormittag werde der Landesvorstand tagen, um das weitere Vorgehen zu beraten. "Der heutige Abend gehört ganz klar Stephan Weil", sagte Lies.
Die Wahlbeteiligung lag am Sonntagabend bei 39,6 Prozent. Das sei angesichts der Tatsache, dass es keine Briefwahl gegeben habe, ein "sehr gutes Ergebnis", sagte der Vorsitzende des Wahlausschusses, Dieter Möhrmann. Der Braunschweiger SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil sprach sogar von einer "Bomben-Beteiligung". Schließlich habe es mit dem Castor-Transport und dem ersten Advent einige "Hindernisse" gegeben. Die CDU hingegen betonte, dass sich 60 Prozent der Parteimitglieder nicht an der Wahl beteiligt hätten. "Mobilisierung sieht anders aus", sagte CDU-Generalsekretär Ulf Thiele.
Heil zeigte sich unterdessen überzeugt, dass die SPD nun geschlossen in Richtung Landtagswahl schreite. "Es gibt keinen Grund für innerparteiliche Diskussionen. Es wollen ja alle 2013 einen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten haben." Auch die beiden Konkurrenten bei der Wahl ließen am Sonntagabend keine Zweifel aufkommen, dass sie geschlossen für den Sieg bei der Landtagswahl kämpfen werden.
Weil ist nach Torsten Albig in Kiel und Christian Ude in München bundesweit bereits der dritte Bürgermeister einer Landeshauptstadt, der für die SPD als Spitzenkandidat aus Landesebene antritt. Die Landtagswahl in Niedersachsen findet am 20. Januar 2013 statt. (© AP)




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