Sonnleitner fordert Hilfsprogramm für Landwirtschaft
veröffentlicht am 22.05.2009

Angesichts der Wirtschaftskrise hat Bauernpräsident Gerd Sonnleitner ein Hilfsprogramm für die Landwirtschaft gefordert. 2009 drohten den Landwirten in Deutschland große Verluste, sagte Sonnleitner am Freitag in München. Es stehe auch die Existenz von Bauern auf dem Spiel, wenn die Regierung nicht ähnlich wie für andere Branchen ein Hilfsprogramm auflege.
München - Angesichts der Wirtschaftskrise hat Bauernpräsident Gerd Sonnleitner ein Hilfsprogramm für die Landwirtschaft gefordert. 2009 drohten den Landwirten in Deutschland große Verluste, sagte Sonnleitner am Freitag in München. Es stehe auch die Existenz von Bauern auf dem Spiel, wenn die Regierung nicht ähnlich wie für andere Branchen ein Hilfsprogramm auflege. Dieses «Krisenprogramm» müsse den Absatz fördern und Belastungen und Kosten senken.
Im April lagen die Auszahlungspreise für Milch in Bayern nach Angaben Sonnleitners bei 20 bis 30 Cent pro Kilogramm Milch. Bei diesen Preisen könne auch «der Tüchtigste nicht überleben», sagte der Bauernpräsident. Neben den Milchbauern seien auch die Rindfleischproduzenten schwer unter Druck geraten. So habe es bei Jungbullen in den letzten Wochen Preisabschläge um rund 20 Prozent gegeben.
Um seine Forderungen zu unterstreichen, will der Deutsche Bauernverband am 29. Mai eine Schlepper-Demonstration im Frankfurter Bankenviertel veranstalten. Man werde sich direkt vor der Börse treffen und darauf hinweisen, dass denen, «die das alles verbrochen haben», zuerst geholfen werde, während «die Bauern im Regen stehen», sagte Sonnleitner.
Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle der Bauernverband bei den Gesprächen mit dem Koalitionspartner SPD mit einer Schlepper-Demonstration am 25. Mai in Berlin «den Rücken stärken», kündigte Sonnleitner an. Die Kanzlerin habe den Landwirten Hilfe zugesagt. Indirekt kritisierte Sonnleitner die zurückliegenden Proteste von Milchbäuerinnen vor dem Bundeskanzleramt: Merkel sei «sehr empfindlich», wenn sie unter Druck gesetzt werden solle.
Er selbst sehe sich in der Auseinandersetzung um die Lage der Milchbauern in Deutschland als Opfer eines «Rufmordes», erklärte der Bauernpräsident. Die persönliche Diffamierung sei «unerträglich». In den vergangenen Tagen waren in Sonnleitners Heimatort Ruhstorf Sprühparolen aufgetaucht, die den Chef des Deutschen und Bayerischen Bauernverbands unter anderem als «Verräter» titulierten.
Der Deutsche Bauernverband befürwortet die Abschaffung der Milchquote im Jahr 2015, während der Bundesverband Deutscher Milchviehalter (BDM) für eine Mengenregulierung kämpft.
Sonnleitner macht auch die Politik für den Verfall der Milchpreise verantwortlich. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) habe im vergangenen Jahr die Erhöhung der Milchquote um je ein Prozent in den nächsten fünf Jahren mitbeschlossen. Er habe die Ministerin noch in der Verhandlungsnacht telefonisch gebeten, beim Nein zu bleiben, weil schon damals Marktschwierigkeiten erkennbar gewesen seien, sagte Sonnleitner. Das bereits beschlossene Aus der Milchquote im Jahr 2015 sei aber unumkehrbar. (© AP)




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