Weitere HRE-Aktionäre ziehen vor Gericht

veröffentlicht am 29.07.2009


Vor der 22. Zivilkammer des Landgerichts München werden am 6. August weitere Aktionäre der Hypo Real Estate Holding AG Schadenersatz von dem Unternehmen einfordern.

 

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Frankfurt - Vor der 22. Zivilkammer des Landgerichts München werden am 6. August weitere Aktionäre der Hypo Real Estate Holding AG Schadenersatz von dem Unternehmen einfordern.


Deutsche und internationale Fonds hätten ihre Ansprüche an den klagenden Rechtsanwalt Christian Wefers übertragen, sagte dessen Prozessbevollmächtigter Andreas Tilp zu Dow Jones Newswires am Mittwoch in Frankfurt. Wegen Vertuschung der wahren Lage forderten sie 200 Mio EUR Schadenersatz.


Sie hätten keine Aktien gekauft und keinen Schaden erlitten, wenn ihnen die schwierige Situation der Hypo Real Estate bekannt gewesen wäre, sagte Tilp: "Wir gehen von fortlaufenden Verstößen von Juli 2007 bis Oktober 2008 aus." Der Konzern war vor allem durch die übernommene Tochter DEPFA in Bedrängnis geraten, die an den angespannten Geldmärkten nicht mehr ausreichend kurzfristige Kredite erhalten hatte. Ende Oktober 2008 hatte das Münchener Institut schließlich Milliardenhilfen aus dem Rettungsfonds beantragt und wurde in der Folge vom Bund übernommen.


Im Juni hatte das Landgericht München einem ersten Aktionär der Hypo Real Estate rund 4.000 EUR Schadenersatz für Kursverluste zugesprochen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da die Hypo Real Estate Revision eingelegt hat. Es sei mit seiner Begründung nicht nachvollziehbar und ohne Beweisaufnahme unhaltbar, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Vier weitere Kläger hatten ihre Klagen zurückgezogen.


In einer Klage, die in der vergangenen Woche ebenfalls vor der 22. Zivilkammer begonnen wurde, können Aktionäre in bestimmten Fällen ebenfalls auf Schadenersatz für die Kursverluste ihrer Anteile hoffen.


Für Aktienkäufe zwischen Ende November 2007 und dem 15. Januar 2008 gebe es gewisse Erfolgschancen, hatte der Vorsitzende Richter, Matthias Ruderisch, gesagt. Auch hier werfen die Kläger dem Unternehmen vor, nicht rechtzeitig über die wahre Lage informiert zu haben.  (© Dow Jones)



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