Mehr wissen: Schuldenschnitt und Sparprogramm
veröffentlicht am 10.11.2011

© Europäische Kommission
Der neue griechische Ministerpräsident Lukas Papademos muss in seiner Amtszeit als Chef der Übergangsregierung Griechenlands die Sparbeschlüsse vom EU-Gipfel im Oktober umsetzen. Beschlossen worden war vor zwei Wochen:
Brüssel - Der neue griechische Ministerpräsident Lukas Papademos muss in seiner Amtszeit als Chef der Übergangsregierung Griechenlands die Sparbeschlüsse vom EU-Gipfel im Oktober umsetzen. Beschlossen worden war vor zwei Wochen:
- Der Privatsektor akzeptiert einen Schuldenschnitt von 50 Prozent. Damit soll die Gesamtverschuldung der Hellenen, die derzeit bei 163 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung liegt, auf 120 Prozent im Jahr 2020 sinken. Banken und Fonds sollen so etwa 100 Milliarden Euro beitragen.
- Die Europartner unterstützen den Schuldenschnitt des Privatsektors mit 30 Milliarden Euro. Damit sollen die neuen Papiere der Banken und Fonds abgesichert werden. Der Umtausch der Anleihen ist für Januar geplant. Die Verhandlungen laufen aber noch.
- Zusätzlich zu den 30 Milliarden Euro für den Privatsektor überweisen die Europartner den Hellenen 100 Milliarden Euro an Notkrediten.
- Weil der Schuldenschnitt bei vielen Banken zu Verlusten führt, müssen sie rekapitalisiert werden. Der Eurogipfel hat eine Kernkapitalquote von neun Prozent vorgeschrieben, die bis zum nächsten Juni erreicht werden muss. Die griechischen Banken brauchen dafür 30 Milliarden Euro.
- Im Gegenzug für die Hilfe muss Athen sein Spar- und Reformprogramm verschärfen: Die Zahl der Staatsbediensteten soll von 776.000 im Jahr 2010 auf 603.000 im Jahr 2015 gesenkt werden. Der gesamte Staatsapparat, insbesondere die Finanzämter, müssen modernisiert werden. Die Renten werden gekürzt. Zudem sind 50 Milliarden Euro aus der Privatisierung von Staatsbesitz eingeplant.
- Die Umsetzung der Vorgaben werden künftig permanent vor Ort von der Troika überwacht, also von Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds. (© AP)




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