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Europas Börsen setzen Aufwärtsbewegung fort - Zykliker gesucht

veröffentlicht am 27.07.2009


Fest zeigen sich die europäischen Börsen am Montagmittag. Der Euro-Stoxx-50 legt gegen 12.12 Uhr MESZ um 1,3% oder 33 auf 2.615 Punkte zu, der Stoxx-50 klettert um 0,8% oder 18 auf 2.266 Punkte. Das neue Kapitel der Sommerrally wird von sehr festen Vorgaben aus Asien getrieben.

 

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Frankfurt - Fest zeigen sich die europäischen Börsen am Montagmittag. Der Euro-Stoxx-50 legt gegen 12.12 Uhr MESZ um 1,3% oder 33 auf 2.615 Punkte zu, der Stoxx-50 klettert um 0,8% oder 18 auf 2.266 Punkte. Das neue Kapitel der Sommerrally wird von sehr festen Vorgaben aus Asien getrieben. Auch die überraschende Stärke der US-Börsen vom Freitag, die das schwache Microsoft-Quartalsergebnis einfach weggesteckt hatten, sorgen für gute Laune.


Die Nachrichtenlage aus den Unternehmen ist extrem dünn und konzentriert sich erst am Mittwoch und Donnerstag. Neue Impulse könnten am Nachmittag von den Daten zu den US-Neubauverkäufen ausgehen, nachdem jüngst Konjunkturzahlen vom US-Immobilienmarkt positiv überrascht hatten.


Weiter sind Konjunkturoptimismus und Hoffnungen auf gute Quartalsergebnisse der Unternehmen der Treibstoff der Rally. So erwartet beispielsweise Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise eine kräftige Konjunkturerholung. "Das ist ein günstiges Szenario für die Gewinnschätzungen", so ein Händler, der aber auch warnt, "allerdings bleibt der Markt nach der Rally auch anfällig für Gewinnmitnahmen".


Charttechnisch werde interessant, ob der Euro-Stoxx-50 zum Wochenstart den Abwärtstrend bei 2.620 Punkten herausnehmen kann, heißt es im Handel. Nahe dieser Marke war der breite europäische Index am Freitag auf größere Abgabebereitschaft getroffen. Nach unten unterstützt die Marke bei 2.530 Punkten.


Rohstoffwerte in Rally-Laune


Rohstoffaktien profitieren von steigenden Preisen und legen um 1% zu. Unter anderem hat der Kupferpreis ein neues Jahreshoch erreicht. Daneben verzeichnen angesichts des Konjunkturoptimismus fast alle zyklischen Werte Kursaufschläge. Unter anderem steigen Minenwerte wie BHP Billiton um weitere 1,6%. Auch Stahlwerte sind zum Wochenauftakt weiter gesucht. ThyssenKrupp und Salzgitter legen je rund 4% zu, Arcelor Mittal steigen um 2,2%.


Sehr fest tendieren auch die Energie- und Versorgerwerte, sowie die Titel aus dem Mediensektor. Die deutlich mit den Zyklikern verbundenen Finanzwerte legen ebenfalls zu. Banken steigen um 0,6%, Versicherer um 1,2%. Sie bekommen Rückenwind aus Tokio, wo Daiwa Securities und Nomura deutlicher zulegten mit Berichten, beide Unternehmen machten wieder Gewinne. Unter anderem erhöhen sich Lloyds um 3,5% und BBVA einen Tag vor Zahlenvorlage 2,5%. Aegon verzeichnen ein Plus von 3,9% und ING Groep springen um 3,3%.


Die europäischen Luftfahrtgesellschaften stehen indes unter Druck nach schwachen Zahlen von Ryanair. Sie werden als "am unteren Ende der Markterwartung" eingestuft. Die irische Billigfluggesellschaft hatte in ihrem ersten Geschäftsquartal 2009/10 den bereinigten Gewinn auf 136,5 Mio EUR gesteigert, der weitere Jahresverlauf wird allerdings vorsichtig beurteilt. "Das ist nicht, was der Markt hören will" so ein Händler. Die Aktie verliert 8,7% auf 3,08 EUR. Auch die anderen Luftfahrtgesellschaften werden davon in Mitleidenschaft gezogen: British Airways fallen 3,1%, AirFrance-KLM geben um 2% nach und Lufthansa verzeichnen ein Minus von 0,2%.


Die europäischen Automobilwerte stellen am Vormittag den schwächsten Sektor, der Sub-Index verliert 1,7%. Größter Verlierer sind Volkswagen, die um 2,5% auf 254,92 EUR nachgeben. Im Handel wird auf einen Bericht in der "FTD" verwiesen, dass VW das Grundkapital um vier Mrd EUR erhöhen wolle, damit der Konzern das Kredit-Rating nicht gefährde. "Die Situation um VW ist weiter undurchsichtig, da weiterhin nicht klar ist, was mit den von Porsche gehaltenen Optionen passiert", so ein Händler. Sollten diese zusätzlich zu einer Kapitalerhöhung an den Markt kommen, könne die Aktie schnell unter 200 EUR fallen.


Mit einem Minus von knapp 2,4% stellen Peugeot den zweitschwächsten Wert. Händler berichten über einen größeren Abgeber. Am Mittwoch legt der französische Automobilkonzern die Zahlen für das 2. Quartal vor.  (© Dow Jones)



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