Hamburger Klinik ratlos über Quelle der Klebsiella-Bakterien
veröffentlicht am 04.11.2011

Nach dem Tod von drei Frühchen in einer Bremer Klinik durch die Infektion mit dem Klebsiella-Bakterium ist der Keim auch in Hamburg festgestellt worden. In der Asklepios-Klinik im Stadtteil Barmbek war der Keim im September bei Frühchen aufgetreten, führte aber nicht zu Todesfällen. Wie die Bakterien in die Intensiv-Frühchenstation gelangten, konnte auch durch umfangreiche Untersuchungen nicht geklärt werden, wie ein Sprecher der Asklepios-Klinik am Freitag auf dapd-Anfrage sagte.
Hamburg - Nach dem Tod von drei Frühchen in einer Bremer Klinik durch die Infektion mit dem Klebsiella-Bakterium ist der Keim auch in Hamburg festgestellt worden. In der Asklepios-Klinik im Stadtteil Barmbek war der Keim im September bei Frühchen aufgetreten, führte aber nicht zu Todesfällen. Wie die Bakterien in die Intensiv-Frühchenstation gelangten, konnte auch durch umfangreiche Untersuchungen nicht geklärt werden, wie ein Sprecher der Asklepios-Klinik am Freitag auf dapd-Anfrage sagte.
Etwa 160 Oberflächen sowie Nahrungsmittel, medizinische Geräte sowie Kleidung und Hände des Personals wurden auf das Vorkommen des Keims kontrolliert. Durch die Untersuchungen lässt sich nach Aussage des Kliniksprechers ausschließen, dass Mitarbeiter des Krankenhauses die Bakterien in die Station gebracht hätten.
Trotzdem wurden die Klebsiella-Erreger auf der Haut von 18 Frühchen festgestellt, zwei der Neugeborenen hatten sich mit dem Keim infiziert. Daraufhin musste die Station über zwei Wochen geschlossen werden. Die mit dem Keim besiedelten Babys wurden in eine isolierte Station verlagert. Erst am 22. September konnten wieder neue Frühchen in der Station aufgenommen werden.
Auf der Frühchenstation des Klinikums Bremen-Mitte waren im August und im Oktober ein Mädchen und zwei Jungen an Bakterien der Gattung Klebsiella gestorben. Weitere vier Kinder waren schwer erkrankt. Insgesamt infizierten sich 15 Kinder seit Ende Juli mit dem besonders resistenten Keim, zehn von ihnen befinden sich noch in der Klinik. Am Freitag suchten Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) weiter nach der Ursache der Infektionen.
Eine Möglichkeit, wie der Keim in das Hamburger Krankenhaus gelangt sein könne, sei die Aufnahme und Behandlung infizierter Patienten, sagte der Kliniksprecher weiter. Nach Asklepios-Informationen wurden seit September an fünf schwangeren Frauen Klebsiella-Bakterien festgestellt.
Das Auftreten solcher Keime sei beim Menschen keine Seltenheit. Für Erwachsene stelle das Darmbakterium auch kein größeres Risiko dar, für das kaum ausgeprägte und geschwächte Immunsystem eines Frühgeborenen schon, sagte der Sprecher. Vor allem, weil diese Keime gegen einen Großteil der Antibiotika resistent seien.
Deshalb führt das Klinikum eigenen Angaben zufolge auch ohne Verpflichtung durch die Gesundheitsbehörden regelmäßige Kontrollen durch. Neu aufgenommene Patienten würden sofort auf Bakterien im oder auf dem Körper getestet. Bei den Frühchen erfolge alle zwei Tage eine Kontrolle.
Am 17. Oktober erklärte das Gesundheitsamt den Ausbruch der Klebsiella-Bakterien in der Asklepios-Klinik Barmbek offiziell für beendet. Bis jetzt sei es der einzige Fall in diesem Krankenhaus. Auch aus den anderen Asklepios-Kliniken ist nach Auskunft des Sprechers ein Auftreten dieses Keimes nicht bekannt. (© AP)




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