Schnapszahl-Datum lockt viele Hochzeitswillige vor den Altar
veröffentlicht am 04.11.2011

Der 11.11.11 beschert Standesämtern in ganz Deutschland einen für die Jahreszeit ungewöhnlichen Hochzeitsboom. Die Zahl der Trauungen liegt vielerorts deutlich höher, als an einen gewöhnlichen Freitag im November, wie eine dapd-Umfrage ergab. In vielen Standesämtern ist der Termin seit Wochen ausgebucht, Trauzeiten wurden bereits verlängert.
Berlin - Der 11.11.11 beschert Standesämtern in ganz Deutschland einen für die Jahreszeit ungewöhnlichen Hochzeitsboom. Die Zahl der Trauungen liegt vielerorts deutlich höher, als an einen gewöhnlichen Freitag im November, wie eine dapd-Umfrage ergab. In vielen Standesämtern ist der Termin seit Wochen ausgebucht, Trauzeiten wurden bereits verlängert. Ein regelrechter Ansturm wie bei einem vergleichbaren Datum im Sommer bleibt wohl aber aus. Daran ändert der Beginn der Karnevalszeit am selben diesem Tag nichts.
Kurzentschlossene in Norddeutschland dürfen sich kaum noch Chancen auf einen Termin am 11.11. ausrechnen. Die Standesämter in Osnabrück, Hamburg-Wandsbek, Hamburg-Bergedorf, Hannover und Kiel sowie der Leuchtturm auf der schleswig-holsteinischen Nordseeinsel Pellworm sind bereits ausgebucht. In Osnabrück lassen sich 15, in Kiel 27 und im Leuchtturm auf Pellworm 4 Paare trauen. In Hannover werden statt der an Freitagen üblichen 28 Hochzeitstermine mit 57 sogar fast doppelt so viele angeboten - alle sind bereits vergeben.
Auch Berliner Standesbeamte berichten von einer regen Nachfrage. Im Standesamt in Reinickendorf wollen sich am Schnapszahl-Datum 33 Paare das Jawort geben. In Berlin-Mitte sind es 26, in Pankow 15. "Damit hatten wir jetzt zum Ende noch einen kleinen Run", sagte die Leiterin des Standesamts in Reinickendorf Ariane Schimansky. Getraut wird im 20-Minuten-Takt. Die Sprechstunde falle aus, damit sich die Standesbeamten voll auf die Trauungen konzentrieren könnten.
Natürlich sei das Interesse an Terminen mit Schnapszahlen größer als sonst, wie das Aachener Standesamt mitteilte, das am 11.11. komplett ausgebucht ist. Durchschnittlich gäben sich im sonst ungemütlichen November lediglich 60 bis 70 Paare das Jawort. Diesmal seien es gleich 20 an nur einem Tag, bestätigt Leiter Lothar Linden. "Die Menschen wollen etwas Besonderes und außerdem lässt sich das Datum gut merken", erklärt er. Von einem Ansturm will er aber nicht reden. Die meisten Trauungen lägen normalerweise in den Monaten Mai bis Oktober. In den vergangenen Jahren seien auch schon die "Schnapstage" 10.10.2010 und 9.9.2009 sehr beliebt gewesen.
Standesbeamten in Hessen mag es dennoch wie ein Hochzeitsmarathon vorkommen. In den Trausälen in Darmstadt und Frankfurt wird das Licht am 11.11. erst spät gelöscht werden: Standesbeamte möchten Paaren dort bis 23.00 Uhr das Jawort abnehmen. Im Frankfurter Römer sollen 36 Ehen besiegelt werden. "Wichtig ist, dass die Kollegen jedem Brautpaar das Gefühl geben können, nur für sie da zu sein", sagte Leiterin Andrea Hart. Und dennoch: Die Rekorde anderer, leicht zu merkender Daten aus vergangenen Jahren blieben unerreicht. Der November sei eben als Hochzeitsmonat eher unbeliebt.
Ungewöhnlich viele Termine sind noch beim Standesamt Neubrandenburg frei. "Wir haben sechs Hochzeitsanmeldungen für den 11.11., könnten aber noch viel mehr Paare trauen", bestätigte ein Sprecher. Einige wenige freie Plätze können Kurzentschlossene auch noch bei den Standesämtern in Dresden und Chemnitz ergattern. In Dresden meldeten sich nach Angaben der Stadt bisher 22 Paare zur Trauung an. Für einen Freitag im November seien das sehr viele, sagte eine Sprecherin. Eine Jecken-Hochzeit passend zum Beginn der Karnevalssaison werde es aber nicht geben. Trauungen seien keine "Juxveranstaltungen", sagte sie.
Auch die 27 Hochzeitspaare in Freiburg wollen mit der Fastnacht offenbar nichts zu tun haben. Um 11.11 Uhr werde sogar eine kleine Pause eingelegt, da dann die Fastnacht mit einer Ansprache und Musik vor dem Freiburger Rathaus eröffnet werde, sagte eine Sprecherin. Dies störe die Paare. Anders ist hingegen die Situation in der Fastnachtshochburg Mannheim. "Zumindest der Termin um 11.00 Uhr dürfte an einen hart gesottenen Fastnachtsfan gegangen sein", versicherte dort ein Sprecher. (© AP)




Neue Gesellschaft will Basis für Elektromobilität schaffen
Meister-Eckhart-Preis geht an Franzosen Michel Serres

