Manche Tumorzellen sind gefährlicher als andere
veröffentlicht am 04.11.2011

Nur bestimmte Darmkrebsstammzellen fördern die Entstehung von Metastasen: Einem Heidelberger Forscherteam ist es gelungen, Unterkategorien von krebsauslösenden Zellen, den sogenannten Tumor- initiierenden Zellen (TIC), zu definieren. „Unsere Entdeckung erlaubt es uns, neue Therapien gezielt gegen die Tumor- initiierenden Zellen beim Darmkrebs zu entwickeln", erklärte Christof von Kalle vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen, das zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum an der Forschung beteiligt war. "Wenn es uns in ferner Zukunft gelingen könnte, diese metastasierenden Zellen wirksam auszuschalten, könnten wir Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom besser helfen."
Heidelberg - Nur bestimmte Darmkrebsstammzellen fördern die Entstehung von Metastasen: Einem Heidelberger Forscherteam ist es gelungen, Unterkategorien von krebsauslösenden Zellen, den sogenannten Tumor- initiierenden Zellen (TIC), zu definieren. „Unsere Entdeckung erlaubt es uns, neue Therapien gezielt gegen die Tumor- initiierenden Zellen beim Darmkrebs zu entwickeln", erklärte Christof von Kalle vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen, das zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum an der Forschung beteiligt war. "Wenn es uns in ferner Zukunft gelingen könnte, diese metastasierenden Zellen wirksam auszuschalten, könnten wir Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom besser helfen."
Bösartige Tumoren wie der Darmkrebs bestehen aus unterschiedlichen Zellen. Neben der großen Masse an Tumorzellen gibt es Bindegewebszellen, Blutgefäße, Immunzellen und Tumorstammzellen. Wissenschaftler diskutieren seit längerem, ob die sogenannten Tumorstammzellen, ähnlich wie die Stammzellen in normalem Gewebe, den Charakter der Erkrankung bestimmen und die lebensbedrohlichen Metastasen bilden. Bei vielen Untersuchungen fiel immer wieder auf, dass sich die meisten Zellen im Tumorgewebe selten teilen und auch nicht in andere Gewebe aussiedeln.
Die Wissenschaftler markierten menschliche Darmkrebsstammzellen mit einem genetischen "Barcode" und transplantierte sie in Mäuse, deren Immunsystem ausgeschaltet war. Die Mäuse entwickelten daraufhin Tumoren, die auch Metastasen bildeten. Nun verfolgten die Forscher die markierten Darmkrebszellen im primären Tumorgewebe, in der Blutbahn, im Knochenmark und in den Metastasen. Sie fanden heraus, dass in jeder Tochtergeschwulst nur wenige und oft die gleichen der ursprünglich vorhandenen Barcodes auftauchten, diese Metastasen also nur aus einer begrenzten Anzahl von Darmkrebsstammzellen stammten. Die Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlichten sie im Fachblatt "Cell Stem Cell".
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Ländern. Jährlich erkranken in Deutschland rund 69.000 Menschen daran, gut 27.000 Menschen sterben. (© AP)




Manche Tumorzellen sind gefährlicher als andere

