Deutscher Wachstumsfetisch: "Seit Jahren über unsere Verhältnisse gelebt"
veröffentlicht am 25.07.2009

Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf sieht die Ursache der derzeitigen Wirtschaftskrise in einem verfehlten Wachstumsbegriff. «Das Wachstum ist zum Fetisch geworden, mit all den irrationalen Konsequenzen, die wir heute als Ausbeutung der Umwelt, Zerstörung des Klimas und Belastung nachfolgender Generationen erleben», sagte er dem «Spiegel» laut Vorabmeldung.
Hamburg - Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf sieht die Ursache der derzeitigen Wirtschaftskrise in einem verfehlten Wachstumsbegriff. «Das Wachstum ist zum Fetisch geworden, mit all den irrationalen Konsequenzen, die wir heute als Ausbeutung der Umwelt, Zerstörung des Klimas und Belastung nachfolgender Generationen erleben», sagte er dem «Spiegel» laut Vorabmeldung.
Das Wachstum sei seit den 70er Jahren durch Staatsverschuldung angekurbelt worden. Diese Politik sei von der Verschuldung von Unternehmen und Privathaushalten flankiert worden. «Es war eine entgrenzte, aus den Fugen geratene Entwicklung», sagte Biedenkopf. «Wir alle haben seit Jahren über unsere Verhältnisse gelebt.» Sein Fazit: «Wir müssen unseren Lebensstil ändern.» Das 21. Jahrhundert müsse ein Jahrhundert der Bescheidenheit werden. (© AP)
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