Karadzic hält Opferzahlen von Srebrenica für weit übertrieben
veröffentlicht am 23.07.2009

Der ehemalige Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, hat die allgemein anerkannte Zahl von rund 8.000 Opfern des Massakers von Srebrenica als weit übertrieben bezeichnet. Die tatsächliche Zahl liege um einige tausend darunter, sagte er am Donnerstag in einer Anhörung vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal. Um dies zu beweisen, verlangte Karadzic Zugang zu DNA-Proben aus den Massengräbern.
Den Haag - Der ehemalige Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, hat die allgemein anerkannte Zahl von rund 8.000 Opfern des Massakers von Srebrenica als weit übertrieben bezeichnet. Die tatsächliche Zahl liege um einige tausend darunter, sagte er am Donnerstag in einer Anhörung vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal. Um dies zu beweisen, verlangte Karadzic Zugang zu DNA-Proben aus den Massengräbern. Auf die Frage von Richter Iain Bonomy, wie ihm das bei seiner Verteidigung helfen solle, antwortete Karadzic nicht.
Der wegen Völkermordes angeklagte Karadzic räumte ein, dass einige Menschen, deren Leichen mit gefesselten Händen in den Massengräbern gefunden wurden, hingerichtet worden seien. Viele andere seien aber während der Kämpfe bei der Eroberung Srebrenicas durch die bosnischen Serben oder früher getötet worden, sagte er.
Kernpunkte der Anklage gegen Karadzic ist die tödliche Belagerung von Sarajevo während des Bosnien-Krieges und das Massaker von Srebrenica im Juli 1995, als 8.000 bosnische Muslime umgebracht wurden. Karadzic war damals Präsident der bosnischen Serben, sein Militärchef Ratko Mladic ist weiter auf der Flucht.
Karadzic, der sich in dem Verfahren vor dem UN-Tribunal selbst verteidigt, hat sich für unschuldig erklärt. Er macht zudem geltend, dass ihm bei der Beendigung des Krieges Immunität zugesagt worden sei. Karadzic wurde im vergangenen Jahr in Belgrad verhaftet und dem Tribunal ausgeliefert. (© AP)




Gedenken an das Massaker von Hama vor 30 Jahren
Berichte über "grauenhaftes Massaker" in syrischer Protesthochburg
Aktivisten berichten von "grauenhaftem Massaker" in syrischer Stadt

