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23. Juli 2009
Herrmann kritisiert Entlassung des Sexualverbrechers von Töging
München - Nach der versuchten Vergewaltigung und Messerattacke auf eine 16-Jährige im oberbayerischen Töging hat der Innenminister des Freistaats, Joachim Herrmann die vorangegangene Entlassung des mutmaßlichen Täters aus der Psychiatrie kritisiert. Sie sei ein schwerer Fehler gewesen, sagte er am Donnerstag in München. «Ich habe null Verständnis für die Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken, das im Jahr 2006 die dauerhafte Unterbringung von Matthias A. in der Psychiatrie für erledigt erklärt hat», sagte der Innenminister.
Am vergangenen Dienstag soll der 40-Jährige A. im oberbayerischen Töging am helllichten Tag versucht haben, ein 16-jähriges Mädchen zu vergewaltigen. Danach verletzte er es laut Polizei mit zahlreichen Messerstichen und übergoss es mit Benzin. Das Mädchen überlebte die Attacke schwer verletzt. Nach Angaben der Ermittler hat A. die Vorwürfe eingeräumt. Er war laut Staatsanwaltschaft von 1992 bis 2006 in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.
Der mutmaßliche Täter sei als hochgefährlich und hoch rückfallgefährdet eingestuft worden, erklärte Herrmann. Er sei mehrfach verurteilt worden, unter anderem wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, räuberischer Erpressung und Körperverletzung. Es sei falsch gewesen, ihn zu entlassen. «Das Leben eines jungen Mädchens ist mir wichtiger als die Resozialisierung eines Verbrechers. Ich begreife nicht, wie man bei dieser negativen Prognose die dauerhafte Unterbringung beenden kann», sagte der Innenminister.
Herrmann forderte, die Gesetze in diesem Zusammenhang zu verschärfen. «Solche Täter gehören hinter Schloss und Riegel, das haben doch auch andere Fälle in den letzten Jahren immer wieder bewiesen.» Herrmann kritisierte auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries: Es sei «ein unverzeihlicher Fehler» von ihr, dass Gesetzeslücken, die der Bundesgerichtshof festgestellt habe, nicht geschlossen worden seien.

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