Besetzer räumen Baustellengelände von Damm-Projekt in Brasilien
veröffentlicht am 28.10.2011

Hunderte protestierende Ureinwohner und Umweltschützer haben die Baustelle eines geplanten Staudamms im Amazonas nach vorübergehender Besetzung wieder geräumt. Die Aktivisten des Indianischen Missionsrats erklärten am Freitag, die mehr als 600 Demonstranten hätten einen umgehenden Stopp der Arbeiten an dem Dammprojekt gefordert. Die Aktivisten befürchten, dass tausende Ureinwohner vertrieben werden und die Umwelt nachhaltig geschädigt wird.
São Paulo - Hunderte protestierende Ureinwohner und Umweltschützer haben die Baustelle eines geplanten Staudamms im Amazonas nach vorübergehender Besetzung wieder geräumt. Die Aktivisten des Indianischen Missionsrats erklärten am Freitag, die mehr als 600 Demonstranten hätten einen umgehenden Stopp der Arbeiten an dem Dammprojekt gefordert. Die Aktivisten befürchten, dass tausende Ureinwohner vertrieben werden und die Umwelt nachhaltig geschädigt wird.
Die Ureinwohner und Fischer verließen das Gelände in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) friedlich, nachdem ein Richter die Räumung der Baustelle anordnete, wie der Missionsrat mitteilte. Seit Donnerstagmorgen hielten sie die Baustelle besetzt. Das Konsortium Norte Energia bestätigte die Vorgänge. Es seien keine Schäden entstanden, die Arbeit am Damm werde fortgesetzt.
Norte Energia, das den Damm Belo Monte an einem Nebenfluss des Amazonas baut, erklärte, das Projekt werde die Lebensqualität der Menschen nicht beeinträchtigen und auch der Umwelt nicht schaden. Der Damm, der rund elf Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) kosten soll, wäre nach Fertigstellung der drittgrößte der Welt. Die brasilianische Regierung argumentiert, die Verwirklichung des Projektes sei wegen des wachsenden Energiebedarfs der Wirtschaft unabdingbar.
Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte forderte die brasilianische Regierung auf, mehr Rücksicht auf die Ureinwohner und deren Bedürfnisse zu nehmen. Das brasilianische Außenministerium erklärte, die Regierung sei effektiv und sorgfältig auf die Forderungen der Anwohner und Umweltschützer eingegangen. (© AP)




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