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veröffentlicht am 21.10.2011

Die baskische Untergrundorganisation ETA wurde 1959 während der Militärdiktatur von General Francisco Franco ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist die Unabhängigkeit des Baskenlands in Nordspanien und Südwestfrankreich. Die Abkürzung ETA steht für "Euskadi Ta Azkatasuna", was in der baskischen Sprache "Das Baskenland und seine Freiheit" bedeutet.
Madrid - Die baskische Untergrundorganisation ETA wurde 1959 während der Militärdiktatur von General Francisco Franco ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist die Unabhängigkeit des Baskenlands in Nordspanien und Südwestfrankreich. Die Abkürzung ETA steht für "Euskadi Ta Azkatasuna", was in der baskischen Sprache "Das Baskenland und seine Freiheit" bedeutet.
Nach ihrer Gründung trat die ETA zunächst für die Bewahrung der vom Militärregime unterdrückten baskischen Kultur ein. Später entwickelte sie sich zu einer terroristischen Gruppe, die ungeachtet der Demokratisierung Spaniens mit Gewalt nach der Unabhängigkeit des Baskenlands strebte. Zu diesem Zweck beging sie Attentate auf ranghohe Vertreter des spanischen Staates und verübte auch Anschläge auf zivile Einrichtungen. Die Zahl der ETA Mitglieder wurde Anfang der 80er-Jahre auf rund 1.000 geschätzt. Die Behörden schätzen, dass es gegenwärtig noch ein paar Dutzend sind.
Mehr als 800 Menschen fielen seit 1968 dem ETA-Terror zum Opfer, auf den die spanische Bevölkerung mit Empörung und zahlreichen Großdemonstrationen reagierte. Der schwerste Anschlag war eine Autobombenexplosion vor einem Supermarkt in Barcelona im Jahr 1987 mit 21 Todesopfern. In den 90er-Jahren intensivierte Frankreich seine Zusammenarbeit mit Spanien bei der Bekämpfung der ETA. Mitglieder der Organisation suchten dort häufig Unterschlupf.
Eine politische Vertretung der ETA, die Partei Herri Batasuna ("Volksgemeinschaft"), wurde 2004 vom Obersten Gerichtshof Spaniens verboten. Es ist das einzige Parteienverbot in dem Land seit dem Ende der Franco-Diktatur 1975. Zuvor hatte Herri Batasuna regelmäßig rund zwölf Prozent der Wählerstimmen im Baskenland gewonnen.
Schon im März 2006 rief die ETA eine Waffenruhe aus. In geheimen Friedensverhandlungen mit der Regierung in Madrid blieb sie jedoch kompromisslos, die Gespräche scheiterten. Seitdem verübte die Organisation wieder Anschläge. Der letzte tödliche Anschlag in Spanien war im Juli 2009 eine Autobombe, die auf Mallorca zwei Polizisten in den Tod riss.
Im September 2010 erklärte die ETA eine dauerhafte Waffenruhe, im Januar 2011 erklärte die Organisation, die Waffenruhe könne von der internationalen Gemeinschaft überprüft werden. Die spanische Regierung wies die Erklärung jedoch zurück und forderte, dass sich die ETA einfach auflöse. Am Donnerstag erklärte die ETA ihren bewaffneten Kampf um Unabhängigkeit für beendet und rief Spanien und Frankreich zu Gesprächen auf. In Gefängnissen in den beiden Ländern sitzen fast 1.000 ETA-Mitglieder ein.
Die seit 1979 autonome Region Baskenland in Spanien besteht aus den Provinzen Guipuzcoa, Vizcaya und Alava. Mit 7.261 Quadratkilometern ist das spanische Baskenland etwa halb so groß wie Schleswig-Holstein. Es hat rund 2,1 Millionen Einwohner. Auch im Südwesten Frankreichs gibt es ein Baskenland, das nach dem Selbstverständnis der ETA Teil eines unabhängigen baskischen Staates sein müsste. (© AP)




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